Kunst, Eleganz und Mode.
Vebuler Gebe gaug 5
9 05. Sonnabend, 28. Oktob. 1837.
Hunger und Lebe.
(Fortſezung.)
Eines Tags, nachdem ich lange vergebens auf der Lauer geſtanben, ge⸗ lang es mir endlich, ein vortreffliches gebratenes Huhn der Wachſamkeit un⸗ ſeres Küchenmeiſters zu entziehen; ich fuhr damit in die Taſche, verlangte Urlaub zum Ausgehen und machte mich auf den Weg nach der Stadt. Bald war ich in der Straße, wo der Gegenſtand meiner Seufzer wohnte, und nachdem ich vorher ſorgfältig rekognoszirte, ob nicht etwa der Feldherr oder einer ſeiner Offiziere, gleich mir auf Abenteuer ausgehend, um den Weg ſei, zog ich endlich entſchloſſen an der Thürklingel. Alsbald vernahm ich das Rauſchen eines Kleides an der Wand und eine ſüße Stimme, die Stimme Karolinens. „Wer iſt da 2%—„Ein engliſcher Offizier, ein Freund,“ antwortete ich;„ich muß nothwendig mit Ihnen ſelbſt ſprechen.“—„Mein Herr, ich habe nicht die Ehre Sie zu kennen.“—„Allerdings, aber ich bin hier, Ihnen einen Dienſt zu leiſten, und meine gute Abſicht muß mich entſchuldigen, wenn dies mit ſo wenig Umſtänden geſchieht.“—„Mein Herr, ich wünſche Ihnen guten Tag; unmöglich kann ich die Dienſte eines Fremden annehmen, zumal ich ſie nicht verlangt.“—„O bleiben Sie, ſchöne Karoline!“ rief ich,„bleiben Sie um's Himmelswillen! ich bete Sie an!“—„Mein Herr, ich habe die Ehre, Ihnen vergnügten Abend zu wünſchen.“—„O himmliſche Erſcheinung, nur einen Augenblik verweile noch! Ich bin ein Marineoffizier.“—„Was gehen mich Marineoffiziere an 2%“—„Ich komme, mich auf ewig Ihrem Dienſte zu widmen.“—„Das heißt wirklich den Scherz zu weit treiben. Ich habe zum lezten Mal die Ehre, Ihnen guten Abend zu wünſchen.“
Schon war die grauſame Karoline im Begriff, das kleine Schaltfenſt er zu ſchließen, durch welches dieſe Unterredung ſtattgefunden, da griff ich plöz⸗ lich, in Verzweiflung über ſo grenzenloſe Härte, mit der einen Hand in das


