680 den Vorzug geben; der franzöſiſche hat drohen den Schneidermamſells Tod und
te nichts von jener knabenhaften Gra- zie und Friſche, welche die Leiſtung der Devrient ſo unübertrefflich macht!
Frank furt. Die bieſige Oper
feiert jezt, da es ihr an einem Tenor
fehlt, und die erſte Sängerin(Mad. Ernſt) auch abreiſen will. Leztere je— doch wird noch abwarten müſſen, bis ihre Angelegenheiten mit der Direk— tion geordnet ſind, da ſie während der Meſſe 1000 Gulden erhielt, auf das Verſprechen, ſich nach der Meſſe wieder auf einige Zeit engagiren zu laſſen. Nun ſie aber ihrem ſchriftlichen Ver— ſprechen nicht nachkommen will, ſo läßt ſie der Direkteur polizeilich bewachen. Merkwürdig iſt es in jedem Fall, wie das einſt ſo glänzende Theater hier ſeit zwei Jahren ſo weit geſunken iſt, daß das geringſte Nebentheater in Deutſchland es faſt in allen Hinſichten übertrifft. Nicht einmal ein ordentli— ches Schauſpiel kann hier gegeben wer— den, da es an einem erſten Liebhaber ſo wie an einer jugendlichen Liebha— berin fehlt. Das größte Unglük davon iſt, daß die Direktion immer wirklich Recht hat, nun aber kein etwas über die Mittelmäßigkeit erhabener Künſt— ler hier ſein Recht erfahren will, und doppelte Summen fordern, um den ge— fährlichen Sprung zu wagen. Die Ak— tionäre gähnen bereits, und das i ſt ein gutes Zeichen. Wir werden etwas ſpaͤter die Sache etwas tiefer u. gründ— licher berühren.
Mignon⸗Zeitung. Dresden. Die Damenſchneider ſind wieder in gewaltiger Gährung u.
Verderben; dieſe haben ſich einen nam— haften Ritter erwählt, der ihre Rech⸗ te in den polizeilichen Mittheilungen verficht.— Die Wundärzte(2) klagen ebenfalls über Eingriffe in ihre Rechte von Seiten unbefugter Barbiergeſellen, und die wohllsbliche Färberinnung ſchreit„Zeter Mordio!“ weil es eini— gen hieſigen Einwohnern eingefallen iſt, ihre alten Stoffe beſſer und bil— liger in Berlin wie in Dresden fär⸗ ben zu laſſen.
Konſtantinopel. Die Kunſt, reitergeſellſchaft der Mad. de Bach iſt hier mit vielem Beifall aufgetreten. Insbeſondere findet der Sultan viel Geſchmak an ihren Produktionen, und neulich ward das geſammte diplomati— ſche Korps zu einer dieſer Vorſtellun— gen geladen.
London. Es iſt hier ein zur Zeit Cromwell's gedruktes religiéſes Werkchen aufgefunden worden, das den Titel führt:„Geſangs-Eier, gelegt von den Hühnern des Kloſters, und geſotten in dem Waſſer der göttlichen Liebe.“ Dies ſeltſame Werklein hat zum Epigraph die Worte: Take and eat!(Nehmet und eſſet!) Die moder— ne Literatur, ſo reich ſie auch an bi— zarren Titeln iſt, hat doch kaum etwas Aehnliches aufzuweiſen.
Erklärung. In einer der leztern Nummern des„Spiegels“ ſpricht der Refe⸗ rent über das Wiener Taſchenbuch„Gedenke mein!“(1838) von Epigrammen„eines Hrn. Schilling“, ohne den Tauf namen deſſelben zu nennen. Ich erkläre hiemit, daß in dem Jahrgange 1838 dieſes Almanachs von mir nichts enthalten ſei. Wien, den 18. Ok-
tober 1837. Auguſt Schilling.
Halbjähriger Preis 4. fl., mit freier Poſtzuſendung 3 fl. Auf Vellnpapier mit erſten gupferabbrllten
5 fl. und poſtfrei 6 fl. TC. M.— Man det Waſſerthors) in C. Millers
pränumerirt im Kommiſſlonsaut zu Ofen(Feſtung, außerhalb und F. Tomalat Kunſthandlung zu Peſth und bei alen k. k. Pefamters.
Herausgeber und Verleger Fran; Wieſen.


