Jahrgang 
Band 2 (1837)
Seite
676
 
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Der Marquis von Waterfort.

Dle Zeitungen haben viel von dieſem berühmten oder beruͤchtigten rel⸗ chen Engländer geſprochen, der überall tolle Streiche macht und vor einiger Zeit in Stockholm von einem Nachtwächter beinahe erſchlagen worden wäre. Der Lord hat indeß auch ſeine rühmlichen Eigenſchaften, die man nicht ver ſchweigen darf. Man weiß unter anderm, daß er die Hälfte ſeines ungeheuern Einkommens für das Wohl ſeiner Untergebenen geopfert hat. Ein beſonderer Zug ſeiner Wohlthätigkeit iſt der, daß er den größten Theil des Jahres über auf ſeinen Gütern in Irland lebt, was kein anderer der iriſchen Großen thut. Tauſende von Irländern würden ſeinen Tod beklagen.

Der Muth des jungen Mannes iſt ungemein groß. So machte er vor zwei oder drei Jahren eine Reiſe nach Amerika in ſeiner Jacht, dem kleinſten Schiff, das jemals von Europa nach Amerika geſegelt iſt. Bei dieſer Reiſe ſiel ihm eines Tages der Hut ins Meer und er ſprang ihm ſogleich nach, um ihn wieder zu erhalten. Nur mit Mühe rettete man den verwegenen Schwim mer. Auf ſeinem Schloſſe in Irland hatte er zwei zahme Löwen, welche frei in einem Zimmer herumgingen und die er gerade ſo behandelte, als waren es Jagdhunde. In dem jezigen Jahre kaufte er von einem Menagerienbeſizer einen Tiger, legte demſelben einen Strik um den Hals, befeſtigte ihn damit un ter ſeinem Wagen und fuhr ſo nach Hauſe. Eigentlich hatte er die Abſicht, den nächſten Winter auf die Löwenjagd nach Afrika zu gehen; wir wiſſen nicht, ob ihn das Abenteuer in Stockholm auf andere Gedanken gebracht hat. Er ſelbſt iſt ſtark wie ein Löwe, erſt ſechsundzwanzig Jahre alt und ein aus ge⸗ zeichnet ſchöner Mann, der eine vorzügliche Erziebung genoß. Der Bruder ſeines Vaters iſt der Marſchall Beresford, der vertraute Freund des Herzogs von Wellington, und der andere Bruder Erzbiſchof und Primas von Irland.

In Geſelſchaft lebende Spinnen.

Man weiß, daß die Spinne gewöhnlich allein lebt und für eigene Rech nung ihr Nez ausſpannt; am Miſſiſſippi hat man aber eine Art Spinne ge⸗ funden, die ſich in großen Geſellſchaften vereinigen, um gemeinſchaftlich ein gewaltiges Nez herzuſtellen, welches von einer einzigen nicht verfertiget wer⸗ den könnte. Iſt dieſes Nez fertig, ſo nimmt eine jede Spinne darin ihren beſondern Plaz ein, wo ſie auf Beute lauert und es kümmert ſich keine 1 um die andere; bis das große Nez durch irgend einen Umſtand beſchädigt wird, vereinigen ſich alle wieder, um daſſelbe in Gemeinſchaft wieder aus zubeſſern.

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Ansichten. Urtheile. Begebnisse.

ſah man bier der Erſcheinung einer

Th eat er. neuen Oper entgegen, die ſchon ſeit

Pe ſt h.(Erſte Au fführungſ mehreren Wochen in unſern theatrali der Oper Macbeth von Che⸗ ſchen Zirkeln viel Gerede machte. Die lard.) Mit geſpannter Erwartung! Stimmen Jener, die Gelegenheit hat