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Eline beſorgte Frau.
Eine gewiſſe Mrs. Ramſay, bekannt als ein Muſter wurde einſt in der Nacht ſehr krank. Sie rief ihr zu ihr:„Ich ſterbe, aber mache keinen Lärm, chen wird. Du weißt, daß er unwohl wird,
und er nicht wieder einſchlafen kann.
ſrüh zur gewöhnlichen Stunde herein mein Mann wird ausgeſchlafen haben.“
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Theater.
Ofen.(Neues Luſtſpiel.) Am 17. d. M. zum Erſtenmale:„Die Gunſt des Augenblikes“, Original- Luſtſpiet in 3 Akt. von Ed. Devrient. Landrath Brückner(Hr. Thome) iſt in des Kommerzienraths Waal(Hr. Nötzl) Tochter, Eliſe(Dem. Mäller) verliebt. Der Landrath iſt ein einfacher, ſchlichter, aber wohlerzogener u. gebildeter jun⸗ ger Mann, nur hat er, ein zweiter Peter Schlemiehl oder Student Anſel⸗ mus, den Fehler, daß die Gegenwart ſeiner Geliebten ihn dergeſtalt in Ver⸗ legenheit und Verwirrung verſezt, daß er allerlei Tölpeleien und Albernhei— ten begeht, ſo ſehr er ſich auch durch allerlei Mittel zur Faſſung und Ent— ſchloſſenheit zu ſtärken verſucht, ſo daß ihn Eliſe für einen höchſt ungeſchlif— fenen Tölpel halten muß. Was ſe i⸗ nem eifrigen Vorſaze nicht gelingt, das vollbringt endlich der Zufall. Ein drol—⸗
liges Quiproquo bringt ihn mit ſei⸗
ner Geliebten zuſammen, ohne daß er ihre Anweſenheit ahnt, u. er benimmt ſich ganz anſtändig u. vernünftig. Eliſe lernt ihn nun in dieſer„Gunſt des Augenblikes“ in ſeiner wahren Geſtalt kennen, und aus den jungen Leuten wird ein Paar, nachdem ein unwürdiger Nebenbuhler, Hr. v. Kiel Gr. Juſt), ausgeſtoßen wird.— Die⸗
Ansichten. Urtheile. Begebnisse.
einer Hausfrau, Kammermädchen und ſagte weil ſonſt mein Mann erwa— wenn man ihn im Schlafe ſtört
Verlaß mich alſo jezt und komm morgen
Dann wirſt du mich todt finden und Sie ſtarb, wie ſie vermuthet hatte.
ſſer Stoff iſt ziemlich originell u. dra⸗ matiſch durchgeführt; nur iſt der Haupt- charakter, der Landrath, ſehr outrirt gehalten; es liegt etwas Mährchenhaf⸗ tes darin, wenn er von einem gelieb⸗ ten Gegenſtand ſo außer Faſſung ge—⸗ bracht wird, daß er in die plumpeſten Unbehilflichkeiten verfällt, und zulezt dennoch Gnade in ſeinen Augen erhalten kann.— Die Sache hätte viel feiner gehalten werden können und Alles wäre glaubwürdiger und intereſſanter gewe⸗ ſen. Indeſſen fehlt es deſto weniger an komiſchen Situationen, die all ge⸗ mein von Wirkung ſind.— Geſpielt wurde größtentheils recht gut. Die lie⸗ benswürdige und kunſtverſtändige Dem. Müller, die Hrn. Thomé und Nötzl waren ausgezeichnet u. erhielten gro— ßen und verdienten Beifall. Die klei— ne Epiſodenrolle des Gärtners Martin gab Herr Seyol mit echter Jobialität und Laune. P.
Literatur.
Wien. Wir machen die Leſer die⸗ ſer Blätter auf eine ſehr intereſſante Erſcheinung im Gebiete der Belletri⸗ ſtik gufmerkſam. Wir meinen hiemkt die 5 eben erſchienenen geſammelten Poeſien eines unſerer ausgezeichnetſten Lyriker, betitelt:„Mein Lebens⸗
lauf in der Fremde“ von Franz


