Jahrgang 
Band 2 (1837)
Seite
647
 
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Nürnberg. Am 3. Oktob. er⸗ ſchienen auf hieſiger Bühne die Delles. Agnes und Nina Schebeſt, als Romeo und Julie, in denMontecchi u. Ka⸗ puletti als Gäſte. C.

Literatur.

Wien.(Literariſcher Kourier.) So eben erſchien und ſchmükt alle Auslagkäſten unſerer Buchhändler Pfautſch's elegantes Taſchenbuch: Gedenke mein für das J. 1838, mit acht wahrhaft prachtvollen Stahlſtichen geziert. Das Titelblatt, das Bildniß einer Dame(zu Caſtellis Novelle, ei gentlich eben ſo gut zu jeder Novelle paſſend) iſt eine der vorzüglichſten Lei ſtungen unſeres tüchtigen Meiſters Co⸗ terba. Die Titelvignette, dieſem Blat⸗ te gegenüber, iſt geſchmakvoll, nur ſcheint ſie mir etwas zu dunkel gehal ten. Der nächſte Kupferſtich:die Mut⸗ ter und das Kind, wozu Seidl ein Gedicht lieferte, iſt gefällig. Ein aus⸗ gezeichnetes Bild iſt das darauffolgende mit der Unterſchrift:der erſte Blik zu einer Ballade von Vogel, einem trefflichen franz. Kupferſtiche nachgeſto chen. Der folgende:Maria, zu ei⸗ ner Erzählung v. Caroline Leonhardt Lyſer gehört zu den minderen. Hierauf folgt das Porträt dieſer Schriftſtelle⸗ rin ſelbſt, die ziemlich unintereſſante Kopie eines bis jezt noch unintereſſan⸗ ten Originals, das noch nichts Inte⸗ reſſantes geleiſtet hat. Wir begreifen nicht recht, auf welche Weiſe ſich die ſes Porträt hierher verirrte. Hierauf folgt ein ſehr ſchöner Kupferſtich:die Pilger in der Wüſte, zu einer Val⸗ lade von Vogl. Dieſer Kupferſtich iſt ebenfalls einem franzöſiſchen Originale nachgebildet. Der literariſche In

halt des Taſchenbuches beſteht aus fünf

Erzählungen:die rächende Maske von Caſtelli(welche ſehr nach dem Fran⸗

zöſiſchen riecht);die Vergeltung don Regina Frohberg, eine gut erzählte, aber ziemlich gewöhnliche Liebesgeſchich⸗ te;Graf Conrad von Caroline Leon⸗ hardt, ein Produkt wie man deren in jedem Journal zu Duzenden findet; Klara von Dünhof, eine Erzählung von Ritter von Tſchabuſchnigg, welche der beſte proſaiſche Beitrag in dieſem Ta ſchenbuche genannt werden darf. Um vieles vortheilhafter als dieſer pro ſaiſche Theil repräſentirt ſich uns je⸗ doch der poetiſche. Als ausgezeichnet in dieſem nennen wir die burlesken Sonette aus dem Spaniſchen von M. Enk,Motenebbi von G. Pfitzer, die Macht der Wahrheit von unſe rem klaſſiſchen Rückert, die drei Be⸗ arbeitungen nach Victor Hugo v. Man⸗ fred, dasFrühlingslied von Vechſtein und die Balladen von Vogl. Friedr. Halm lieferte überdies ein Fragment aus ſeinem dramatiſchen Mährchen: Schwert, Hammer und Buch. Noch beſchenkte ein Herr Schilling dieſes Taſchenbuch mit Epigrammen, die füg lich hätten wegbleiben können, eben ſo die Ballade:der Geburtstag von Waldow, welche wir ſchon in dem er⸗ ſten Bande von Vogls Balladen und Romanzen, unter dem Namen:die Kirche zu Falſter um Vieles beſſer ge⸗ leſen haben. Die Ausſtattung die⸗ ſes Taſchenbuches iſt von ſolcher Ele ganz, von ſolchem Geſchmake, Druk und Papier ſo ſchön und rein, daß es ſich gewiß den beſten Taſchenbüchern Deutſchlands anreihet u. als ein glän⸗ zendes Cadeau für Damen zu empfeh⸗ len iſt. Ein Herr Arming ſoll eine neue Zeitſchrift, unter dem Titel: das neue Sonntagskind, an das Licht treten laſſen. Es ſoll ein belehrendes Unterhaltungsblatt für Bürger und Landmann werden. Zeitſchriften über Zeitſchriſten und keine Abonnenten! Von Raimunds Dichtungen erſchien