Melancholie des erſten Theils, ſo wie den grellen Wahnſinn des andern Theils ſeiner Rolle mit den lebhafteſten Far⸗ ben. Den alten verrükten Bettler ſpiel⸗ te er mit ergreifender Wahrheit. Er erhielt ſtürmiſchen Beifall und ward zweimal gerufen. Hr. Dietrich ſpielte den Aſſeſſor Grund, einen Charakter, dem von dem Dichter eine ſehr unbe⸗ ſtimmte Haltung verliehen wurde, mit allem Aufwande ſeines, ſchönen Talen— tes und wußte ſich allgemeines Inte⸗ reſſe zu verſchaffen.— Er ward geru—⸗ fen.— Hr. Poſinger gab den Cheva— lier ſehr wirkſam.— Mad. Grill(Ag⸗ nes) war in dem Vorſtük befriedigend, nur war ſie in dem Nachſpiel gar zu gebrechlich alt. um dieſes Alter(etwa 40 Jahre) darzuſtellen, braucht ſie kei— ne ſolche Entſtellung.— Einen kö ſt⸗ lichen und wir möchten ſagen rühren— den Humor entfaltete unſer treffliche Hr. Rott, in der Rolle eines alten Gärtners.— Es lag in dem Wenigen eine Fülle von Gemüthlichkeit u. Lau⸗ ne. Großer Beifall.— Dem. Deny war allerliebſt in ihrer kleinen Rolle des Nachſpiels und erwarb ſich rauſchenden Applaus. Erwähnen müſſen wir noch der Dem. Schmidt, der H. H. Pauli, Fröhlich, Rötzer und Donua, die in ihren kleinen Rollen genügten.— Hr. Spielberger, vom Theater a. d. Wien, gab den Jobſt, in dem Birch⸗Pfeiffer⸗ ſchen Schauſpiel„Hinko“, zur dritten und lezten Gaſtrolle, ohne beſondere Gelegenheit zu haben, mit Erfolg zu wirken.— Herr Fürſt, vom Theater in der Joſephſtadt, erſchien als Graf v. Savern, in der alten und veralte— ten Komödie„Fridolin“, als Gaſt. Es war nicht möglich hier ſo anzuſpre⸗ chen, wie es die Mittel und die Kunſt⸗ fertigkeit des Gaſtes hätten berechtigen ſollen.— Die zweite Gaſtrolle des Hrn. Fürſt war Carl Moor in Schil⸗ ler's„Räubern.“— Unſern verehrlichen
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Leſern in Peſth und Ofen können wir die erwünſchte Nachricht mittheilen, daß die herrliche Sängerin Dem. He n⸗ riette Carl von unſerer Direktion für längere Zeit gewonnen wurde, u. unſere Bühne kann ſich jezt zu dem Beſize eines der erſten Geſangstalente gratuliren. Zugleich aber verdient die Direktion, die ſelbſt die größten Opfer nicht ſcheut, wenn es gilt, ihr Inſti⸗ tut zu heben, die vollſte Anerkennung. Sie leiſtet Alles, was in dem Gebiete der Möglichkeit liegt.— Die großartige Oper„Macbet“ kommt bald(als Ve⸗ nefize des Herrn Kapellmeiſters Grill) mit pompöſer Ausſtattung in die Sze— ne. Dem. Carl wird darin eine bedeu⸗ tende Parthie haben. Hag. Ofen. In der Arena gab man am 7. d. M., zum Vortheil des Hrn. Regiſſeurs Juſt:„der Vallabend, oder das Rendezvous beim Lagerſpital“, Poſſe in 3 Akt. von Hrn. Zahn. Eine nicht unglüklich durchgeführte und mit einzelnen treffenden Wizen ausgeſtatte— te Parodie der Oper„die Ballnacht“, die durch das wirkſame Spiel der Hrn. Seydl u. Juſt und der Damen Thome und Wilhelmi ſehr gewann und ſich vielen Beifall erwarb.— Am 8. d. M. ging es auf den vier Vühnen Peſth's und Ofen's gar luſtig her. Das un⸗ gariſche Theater in Peſth gab eine National-Volks poſſe, voll Schwänke und Poſſen; das Peſther deutſche Thea— ter,„Hutmacher u. Strumpfwirker““; die hieſige Arena die Burleske:„Kluk und Krepelka“, das hieſige Stadt hea— ter:„Lumpaci⸗Vagabundus“(worin Hr. Schinn, vom Peſther Theater, den Schuſter in ſeiner bekannten draſtiſchen Manter und mit vielem Beifall gab) und alle Häuſer— mit Aus nahme der Arena, woſelbſt es doch ſchon etwas empfindlich kühle Luftzüge gibt— wa⸗ ren zum Erdrüken voll. Der Menſch iſt zum Frohſinn geſtimmt! P.


