391
tel:„die drei Grazien“ herausgegeben. Der Herausgeber der ſerbiſchen Zei— tung und Cenſor, Demeter Iſſailo— witch(früher Profeſſor zu Karlowitz
in Sirmien und zu Zombor im Bät⸗
ſcher Komitat) wird auch für das Jahr 1858 den im J. 1855 begonnenen ſer— biſchen Almanach„Urania“ herausge— ben. Der Jahrgang 1857 enthält ſchäz— bare Original-Gedichte, Erzählungen und Ueberſezungen, unter andern ei— ne Novelle von der 167jährigen Toch⸗ ter des ſerbiſchen General-Majors, Jephrem(Ephraim) Obrenowitch, Bru— ders des Fürſten Miloſch, Anna. In dem Pränumeranten-Verzeichniß ſteht der Vezier von Belgrad oben ab. — m—
Berlin. Schon vor mehreren Monaten trat der ungariſche Räuber— hauptmann Sobri im Paris auf dem Theater auf, und zwar in einem Luſt⸗ ſpiele. In Berlin ging er am 28. Au⸗ guſt zum erſten Mal über die Bretter, in dem Stük:„Sobri, der Räuber“, Luſtſpiel in einem Aufzuge nach Paul Duport, überſezt von Cosmar. Sonder— bar! In Ungarn ſpielte Sobri eine Tragödie in der Wirklichkeit, in Pa— ris und Berlin unterhält er das Pu— blikum in einem Luſtſpiel auf den Brettern.— Bekanntlich ſpielt er auch ſchon in einem deutſchen(angeblich aus dem Ungariſchen überſezten) Ro— man eine Hauptrolle.—m—.
Warſchau. Durch einen kaiſerl. Ukas iſt den Beamten im Königreich Polen neuerdings ſcharf verboten wor— den Schnurbärte, Bakenbärte u. Kinn⸗ oder Ziegenbärte nach franzöſiſcher und ſpaniſcher Manier zu tragen, und den Studenten iſt befohlen worden, kurzes Haar zu tragen.— Dagegen vernimmt man aus Konſtantinopel, daß der Re⸗ formator Sultan Mahmud beabſichtigt, bei den Türken das Tragen bes Bar⸗
*
tes und Haupt haares nach europaͤiſcher Manier einzuführen. Les extremes 80 touchent!—m—
Dresden. Wie man hört, ſoll ein von Semper ausgearbeiteter und von Schinkel in Berlin gebilligter Plan zum Bau eines neuen Theaters für Dresden in dem Maße genehmigt worden ſein, daß zu den auf 250,000 Rthlr. angeſchlagenen Koſten 50,000 Nithlr. von dem Könige beigetragen, und die übrige Summe durch Aktien aufgebracht werden ſoll. 67
Paris. In einer der bevölkert ſten Straßen von Paris ſteht auf ei— nem Schilde:„Fusils pour les femmes (Schießgewehre für Damen)“— und gerade gegenüber bei einer Näherin: „Corsets pour hommes(Schnürleiber für Herren)“ O Zeiten, o Sitten!
B.
Liſſabon. Die portugieſiſche Sprache iſt eine grobe Sprache. In der Kortes-Sizung vom 6. Aug. wur— de der Premierminiſter Diaz de Olivei— ra unſanft angegriffen. Oliveira ſagte mehreren ſeiner Gegner in das Ge— ſicht:„Ihr ſeid Lügner!“ Man ver— langte, er ſolle dieſe Worte zurükneh— men; er aber antwortete:„Der Aus— druk den ich brauchte, iſt gut Portu— gieſiſch und ich glaube, wir ſind hier, um Portugieſiſch zu ſprechen.“ F.
Buntes aus London. In einer hieſigen Eſſigfabrik werden zwei Gefäße beſtändig voll gehalten, wovon das eine 56,799, das andere 39,109 Gallons faßt; beide ſind ſomit weit größer, als das berühmte Heidelberger Faß.— Die engliſche Vank hat kürzlich dem Muſeum des Royal College die Aſche von 20 Mill. Pfd. Sters. einge— löſter und verbrannter Banknoten als eine Seltenheit zugeſchikt. Ihr Umfang war ſo gering, daß ſie in einem klei⸗


