592 nen Hut Plaz fand.— Die Sucht, gemein geworden; dennoch iſt dies noch in
Luftfahrten zu machen oder mit anzu⸗
ſehen, iſt in dieſem Augenblike ſo
groß, daß lezthin drei Luftballons an einem Tage von verſchiedenen Gärten Londons auf ein Mal aufſtiegen.— In England, auf einem Landgute, das verſteigert werden ſollte, hatte man bekannt gemacht:„Um eilf Uhr würde für die, welche mitgeboten, ein Früh— ſtük aufgetragen werden.“ Dieſe neue Verkaufsart fand viele Liebhaber und der Verkäufer ſeine Rechnung dabei. M.
Der Modenkourier. (Paris, 5. Sept. 1837.)
„Die Mode kommt, die Mode geht, Die Mode und beſteht.“ a
1, In dieſer ſpäten Jahreszeit gibt es nichts Neues in der Form der Hüte; blos die Art den Hut aufzuſezen erleidet einige Veränderungen. Hüte ohne Blonden unter dem Schirm, blos mit einigen Blumen ge— ziert, werden ganz hintennach aufgeſezt. Bei dieſen Huten muß die Form der Kappe ver— kleinert ſein und ebenfalls hintennach geſezt werden. Der Hut wird blos durch die Bind⸗ bänder, die nahe dem Ohre über den Schirm gehen, an den Kopf gehalten. Man konnte dieſen Kopfpuz u la folle nennen. Auf einer Seite unter dem Schirm werden Waldreben, Jasmins oder andere kleine Blumen dieſer Art angebracht; auf der andern eine Roſe oder eine Camelie.
2. Eine Dame von ſeltener Schönheit, welche dem Debut der Sängerin Mad. Stolz in der Oper„die Jüdin“ beiwohnte, trug einen Reisſtrohhut, der rükwärts den Hals ſtark frei ließ, und woſelbſt ihre Haare in langen gedrehten Loken(trebouchons) bis auf die Schultern fielen.
4. Ein Blumenzweig, trauerweidenähn— lich auf einer Seite des Hutes geſezt, iſt
der Mode, aber in ihrem Abnehmen.
4. Die Haarkoeffüren der Damen find, eben ſo wie die Hüte, dergeſtalt hintennach, daß man ihre Beſchaffenheit unmöglich von vorne unterſcheiden kann. Die wahre Wir-
kung dieſer Koeffüren läßt ſich nur ſeitwärts
im Profil ausnehmen.
5. Jezt, wo die Kleider ſo außerordent⸗ lich lang ſind, daß ſie beinahe eine Schleppe bilden, was bei der großen Toilette ſehr gut ſein mag, aber auf Promenaden und felbſt bei Viſiten ſehr unbequem iſt, jezt wäre es wohl eine Anomalie, wenn wir ſagen, daß die Damen nach der Mode kurze Röke tragen. Indeſſen iſt die Thatſache gewiß. Während der ſchönen Tage bemerkten wir einige Da— men von ungemeiner Eleganz, deren Röke nicht bis über die Knöchel gingen, ja ſie kaum bedekten. Dieſen Damen war es wohl erlaubt von der Allgemeinhelt abzuwel— chen; wir zweifeln indeſſen, daß die Mode der ſo kurzen Roͤke ſobald aufkommen dürfte, wir referiren nur, was wir geſehen.
6. Zu einfachen Toiletten hat man im⸗ mer Jakonnets mit zartfarbigen Streifen, Mouſſeline mit Transparenten, welche die Farbe zweifelhaft laſſen(qui laissant une soupgon de couleur.)
7. Die gebundenen Gürteln ſieht man zahlreicher, als jene, die mit einer Schnalle befeſtigt werden.
8. Die faſhionablen Handſchuhe ſind weiß, farbig glacirt, aber von ſo zartem Teinte, daß man es kaum unterſcheiden kann; einige ſind grün, andere roſa glacirt.
9. In dieſem Augenblik iſt die Mode für die Herren fixer und monotoner als je.
Modenbil d. Nr. 37.
(Paris, 3. Sept.) 1. Promena⸗ deanzug. Reisſtrohhut mit einem Himbec⸗ renzweig garnirt. Mouſſelin-ueberrot, gefüt⸗ tert. Sonnenſchirm neueſter Art.— 2. Haus- anzug. Haarkoeffüre. Kleid von brochtrtem Mouſſelin.
Dalblahriger Preis 4 fl., mit freler Poſtiuſendung 5 fl. Auf Belinbapter mit erſten Kubpferabbrilten 5 fl. und poftfret 6 fl. C. N.— Man pränumerirt im Kommiſſientzamt zu Ofen(Feſtung, auterbalb det Waflerthort), in C. Millers u. F. Temalat Kunſthandlungen zu peſth und bel alen k. k. Peflämtern.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.
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