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fährung fand am 31. Auguſt und am 1. September ſtatt. Zu ſeinem„Ge⸗ fallen“ trug aber nicht blos der büh⸗ nengewandte Ueberſezer, ſondern auch das meiſterhafte Spiel der ausgezeich⸗ neten Künſtler unſerer Hofbühne bei, welche ſo oft ſchon manchem ſchwachen Geiſtesprodukte auf die Beine gehol—⸗ fen. Mad. Fichtner, als Thereſe, war ein gemüthlich Bild der höchſten Nai⸗ vität, im komiſchen Wechſel geſchikter Ungeſchiklichkeit, zögernder Verlegenheit und übereilter Raſchheit. Mit welcher Künſtlerſchaft die H. H. Wilhelmi(Du⸗ roſier), Fichtner(Proſper, der eifer⸗ ſüchtige Liebhaber) und Lucas(Dichter Bellefleur, eine draſtiſche Figur) ihre Parthien durchführten— brauche ich nicht zu ſagen, dieſe Namen ſagen ſchon Alles.— Dieſe Bühne erlitt ei— nen herben Schlag durch den plözlichen Tod des, als Künſtler und Menſch gleich ſchäzenswerthen k. k. Hofſchau⸗ ſpielers u. Regiſſeurs Coſtenoble, wel— cher auf der Rükreiſe von einem Kunſt⸗ ausfluge durch Deutſchland, am 28. Au⸗ guſt, in Prag, einer tödtlichen Krank— heit erlag. Auf ſein, am Sterbetage geäußertes Verlangen, wurde ſein Leich⸗ nam hieher gebracht und am 1. Sep⸗ tember, unter dem Geleite der ſämmt⸗ lichen Mitglieder des k. k. Hoftheaters und einer großen Anzahl ſeiner war— men Verehrer, zur Erde beſtattet. Schade, Jammerſchade um dieſen e d— len Mann!!— Die Direktion des Theaters in der Leopoldſtadt, keine Mühe, keine Koſten ſcheuend, die ſchmerzlichen Lüken, welche der Ver— luſt eines Raimund, Ignaz Schu⸗ ſte r, einer Krones u. Jäger, in ſeinem Schauſpieler-Enſemble herbeiführte, ſo gut als möglich auszufüllen, hat ihre Achtung für unſer kunſtſinniges Pu⸗ blikum auf's Neue an den Tag ge— legt, indem ſie die Delle. Emilie Re⸗
eine recht talentdolle Schauſpielerin, vom angenehmſten Exterieur, für das Fach der ſchmelmiſchen Stubenmädchen und Liebhaberinen, an die Stelle der bekannten Jäger, gewann. Dem. Revie trat am 29. Aug. zum erſten Male, als Betti(Schatten eines Stubenmäd⸗ chens), in dem Stüke„das Zauberdia— dem“ auf, u. erwarb ſich nicht nur durch ihr ungezwungenes, lebendiges Spiel, ſondern auch durch den recht artigen Vortrag lokaler Geſangsſtüke den vol⸗ len Beifall der zahlreich verſammelten Theaterfreunde. Am fol genden Tage, den 30. Aug., gab ſie wieder die Rolle des Stubenmädchens, in der zwerchfell— erſchütternden Poſſe„Bruder Lüftig, oder Faſchingsſtreiche“, und beſtättig— te im vollem Maße, das über ſie ge— fällte günſt inge Urtheil. Gefiel ſie ſchon ſo ſehr als„Schatten“ eines Stubenmädchens, um wie viel mehr mußte ſie nicht, in der von Luſtigkeit und jovialer Laune überſprudelnden „Stubenmädchen-Verkörper ung“, furore machen. In beiden Stüken wur⸗ de die hübſche Debutantin durch das draſtiſche, wirkſame ſchwankreiche Spiel der Herren Weiß, Tomaſelli u. Land⸗ ner unterſtüzt.— Mit geſpannter Er⸗ wartung ſah man der annoncirten* nefize des Schauſpielers Stahl,
Theater an der Wien, entgegen. Er hatte ein neues Stük v. Friedrich Hopp gewählt, deſſen Titel,„Tauſend Gulden und ein Paar Schuh“, vielberſpre— chend ſchien. Das zugleich ausgeſpreng— te Gerücht:„Herr Scholz werde die berühmte Cachucha tanzen“, lokte eine zahlloſe Menge in's Theater. Es war Samſtag, den 2. Sept. Auch ich ließ mich verleiten, ging hinaus, nahm wehmüthig von einem Zweigul ſchei⸗ ne Abſchied, löſte einen Sperrſiz und — dem Himmel ſei Dank, ich ſize wie— der an meinem Schreibepulte! Was ich
vie, vom ſtänd. Theater in Brünn, bert in jener Reiterbude, in jener


