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ſtattete Ungarn iſt auch durch ſeine Mi⸗ neralquellen im hohen Grade ausgezeich⸗ net. Zahlreich wie ſie ſind, gewähren ſie die koſtbarſten, manigfachen Wirkun⸗ gen; die vortrefflichſten Säuerlinge, Schwefel⸗, Alaun- und Eiſenwaſſer, See- und Schlammbäder u. ſ. w. mit den herrlichſten Umgegenden geſchmükt, ſind unſer Eigenthum, und es iſt jezt eine ausgemachte Sache, daß wir eines Heilbades halber nie eine Reiſe nach dem Auslande zu machen brauchen; im Gegentheil iſt Europa in dieſer Ve— ziehung von uns abhängig. Bliken wir nach Mehadia. Dieſes von den Römern ſo hoch geſchäzte, aber mit dem Ver— falle alles Wiſſens in Vergeſſenheit ge⸗
rathene Waſſer, fand in der neueſten
Zeit wieder die verdiente Anerkennung und ſchon ziehen die fernen Britten, mit jedem Jahre in erſtaunlich wach—⸗ ſender Zahl dahin, und der Ort er— freut ſich eines Weltruhms. In vorlie— gendem Werke werden die vorzüglich— ſten Kurpläze Ungarns, als: Mehadia, Trenchin, Pöſtyen, Toplika, Ofen, Paraäd, Vartfeld, Füred, Szliaes aus⸗ führlich abgehandelt u. richtig gewür— digt. Arzt und Kurgaſt finden darln gleich wichtige Nachrichten und Auf⸗ ſchlüſſe; das Neueſte iſt mit Sachkennt— niß benüzt, und indem wir unſere Le— ſer auf dieſe gehaltvolle Schrift mit Nachdruk aufmerk ſam machen, ſchmeicheln wir uns, ihnen keinen geringen Dienſt erwieſen zu haben.— Papter u. Druk ſind ſehr empfehlend. Dr.—nt—.
Mignon⸗Zeitung.
Feuilleton aus Wien. ie ſchönen Tage von Aranjuez rüber!!“ Der freundliche Som— mit ſeinen herrlichen, mondhel— len, italiſchen Zaubernächten, mit dem reichen Genuſſesborn abwechslungsvol— ler Erheiterung— dieſer verführeri—
ſche Bertram der Wiener, welcher mit ſchmeichelnden Mienen Jung und Alt zu Spiel und Tanz, zu glän⸗ zenden Gartenfeſten u. reizenden Land⸗ partien einladet, um ſich dann mit Hohngelächter an unſerer Beſtürzung zu weiden, wenn die uns umgaukeln⸗ den Genuſſes bajaderen ſich plözlich in geſpenſtige Furien mit drohenden„M i⸗ chaelizinstag ⸗Frazen“ ver⸗ wandeln— nun, dieſer gleißneriſche Freund hat uns verlaſſen und beſtellte uns den Herbſt, dieſen launenhaf⸗ ten, mürriſch ſchauenden, ſtets nur Oekonomie predigenden und Sparſam— keit lehrenden Alten, zum Hofmeiſter. Doch was nüzt ſein fröſtelndes Predi⸗ gen— wir entgegnen ihm:„à bas l'economie! vive le Verſazamt!“— Sie iſt da die ſchöne Zeit, wo allge⸗ mach ſich die Everlaſting-Geh- und Reitröke und die zarten Pantalons couleur de pigeon beſcheiden aus den Straßen zurükziehen u. ungeſehen in das Metamorphoſen-Kabinet ſchlü⸗ pfen— ſich da entweder zu harten Thalern und blinkenden Zweigulden— ſtüken verpuppen, oder in wattirte Oberröke-Falten und wärmende Tuch⸗ hoſen-Raupen verwandelt, wieder her— auskommen.— Einen ſchönen Streich verſezt mir, wie ich merke, meine Fan⸗ taſie:„ſie verſezt mich ins Verſaz⸗ amt!“ Nein, das ſoll ſie nicht! mit einem Saltomortale will ich hinaus, aus der Dorothäer-Gaſſe, hin auf den Michaelsplaz, in's Burgtheater, zu dem hübſchen„Ladenmädchen“, welches uns der geiſtreiche Schriftſteller Graf Mai— läth aus dem Frankenlande hieher ver— ſezte. Dieſes vieraktige Luſtſpiel, wenn auch wie die meiſten Vaudevilles, ein Werk des Augenbliks, ſchnell zu Ta—⸗ ge gefördert— ſomit einer gehörigen Durchführung, eines berechneten Pla— nes entbehrend— iſt eine recht artige
Novität u. gefiel allgemein. Die Auf⸗


