Jahrgang 
Band 2 (1837)
Seite
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defiliren u. herumvagiren. Die Ohren gellen vom Getöſe und Getrampel der zwei⸗ und vierbeinigen Schau⸗ ſpieler. Hr. Direktor Carl verſteht es, den Wiener an ſich zu loken. Das Theater iſt bei dieſer Vorſtellung ſtets vollgepfropft. Wenn auch das Ganze den gehegten Erwartungen keineswegs entſprach, ſo heißt es doch:Es iſt halt einmal anzuſchau'n! u. da läuft nun Jedermann hin, um einmal da⸗ bei geweſen zu ſein! Doch jezt zu den Tagsneuigkeiten zweiter Klaſſe. Unſere Journale erhalten Zuwachs. Vom Januar 1838 an erſcheint ein Wiener Figaro. Viel Glük zu Kund ſchaften. Wenn wir nur nicht über den Löffel barbiert werden 21 Ein Herr Umlauf aus Prag lauft hier um, und rennt ſich die Füße wund, um Jour⸗ nal- Mitarbeiter aufzugabeln. Das k. k. Burgtheater, in der Ferienzeit auf das Schönſte rennovirt, wird Diens tag, den 1. Auguſt mitIphigenie auf Tauris eröffnet. Die Kaſſe des Kärnthnerthortheaters wurde am 17. Juli erbrochen und beſtohlen. Auf wie viel ſich die entwendete Summe beläuft iſt unbekannt. Hr. Ludwig Auguſt Frankl, der gefeierte Dichter desHabs burgliedes und desColumbus, iſt, nach acht monatlicher Abweſenheit, wie der in unſern Mauern. Er bereiſte ganz Italien, und brachte aus dieſem Lande der Poeſie reichen Stoff zu neuen Geiſtesprodukten. Alambre.

London. Hier hat man den, von den Engländern bei der Plünderung von Deccan erbeuteten Diamant Naſſock ver kauft. Er iſt von der Größe einer Nuß, wiegt 35732 Gran, und hat ein herr liches Waſſer. M.

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Roo m. Hier hat man eine Diebs bande entdekt, an deren Spize eine adelige Dame aus der Provinz als Hehlerin ſtand, indem ſie das Geſtoh lene in ihrer Wohnung verbarg, und nach London oder Paris zum Verkauf ſandte. Viele in den lezten Jahren

(verübte Diebſtähle, die von der Po⸗

lizei nicht ausgemittelt wurden, ſollen von dieſer Bande herrühren, die wahr- ſcheinlich auch regelmäßige Verbindun gen mit Florenz, Livorno und Genua unterhielt. Die dort entwendeten Ge genſtände wurden nach Rom geſchikt, und entgingen ſo jeder Nachforſchung.

Lokal⸗Zeitung.

Das ungarische National- theater. Nicht lange und Peſth wird eln zweites Theater beſizen, das zwar nicht zu den größten, doch zu den netteſten u. geſchmak⸗ vollſten Europas wird gezählt werden konnen. Die Vollendung des ungariſchey Nationat- theaters(Joſephſtadt, Anfangs der Kerepeſ ſer⸗-Straße) naht mit Rieſenſchritten und in ſehr kurzer Zeit wird die erſte dramati ſche Vorſtellung darin ſtattſinden. Wir behal⸗ ten uns vor, erſt dann Einiges über das Aeu⸗ ßere und Innere dieſes Bauwerkes in dieſen Blättern mitzutheilen; nur ſo viel muſſen wir jezt bemerken, daß alle Räume des Hauſes vollſtändig mit Gas erleuchtet ſein werden u. daß die Verfertigung des ganzen Gas⸗ Apparates mit allem Zubehör(nicht nur, wie öffentliche Blätter meldeten, die Leitungs⸗ röhren und die große Luſterlampe) Hr. An⸗ ton Weber, burgerl. Klempfnermeiſter in Peſth, von der löbl. Peſther Komitatbehöorde tontraktmäßig übernommen hat, und daß man von deſſen ſchon oft erprobter Einſicht und Sachtenntniß die beſten Erwartungen hegt.

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Modenbild. Nr. 51.

Paris(23. Juli). Kapote. Kleid von Wollmouſſelin. Der Anzug des Kindes iſt neueſter Art. Neues Möbel.

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Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.