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Er iſt ein franzöſiſcher Boxer, fuhr jener Mann fort; man ſagt, er wolle den Plaz des Verſtorbenen übernehmen, er habe Thompſon eine Ausfor⸗ derung zugeſchikt und dieſer ſie angenommen. 8
Ich, mein Herr, eine Herausforderung! ſtammelte ich, mich aufrichtend und vor Erſtaunen ganz außer mir.
O, mein Herr, ſchlagen Sie es uns nicht ab, erfüllen Sie unſern Wunſch, ſprachen bittend mehrere, die einen Kreis um mich ſchloſſen.
Wir wiſſen alle, fuhr dann der Mann höflich fort, der mich zuerſt ange— redet hatte, wir wiſſen, daß Sie ein franzöſiſcher Boxer, und inkognito nach unſerer Stadt gekommen ſind, um Zeuge von dem Kampfe zu ſein, der zwi— ſchen Simſon und Thompſon erfolgen ſollte.
Bravo! bravo! riefen mehrere. a
Jeder ließ nun um die Wette ſeine Pfeife und ſein Glas ſtehen, um ſo nahe als möglich an meinen Tiſch zu kommen, um mich zu ſehen. Ich hätte ſagen ſollen, daß ich nicht boxen wollte, aber die Aufmerkſamkeit, deren Ge— genſtand ich war, die vielen Trankopfer an Whisky, die ich gebracht hatte, und vor Allem, das Vergnügen, für einen tapfern und ſtarken Mann zu gel⸗ ten, erlaubten mir nicht, an die Folgen des Kampfes zu denken und hielten das Geſtändniß meiner Schwäche zurük. Ich ſagte mir überdies: zur Ableh⸗ nung wird immer noch Zeit ſein; und in dieſem Glauben lächelte ich dem Einen und dem Andern zu. Zulezt fühlte ich jedoch, daß es Zeit werde, ih—⸗ nen den Irrthum zu benehmen, und ich war eben im Begriff, es zu thun, als in demſelben Augenblik, wo ich den Mund öffnen wollte, nachſtehende Worte, die von der Thür her erſchollen, mir die Sprache benahmen.
Thompſon nimmt es an, es iſt gewiß: ich habe es eben gehört; hur⸗ rah! hurrah!
Ich wette hundert Guineen für den frenchman, rief ſogleich einer aus der Geſellſchaft.
Fünfhundert.
Meine Herren, meine Herren! rief ich jezt, ich danke Ihnen für dieſen Beweis Ihres Vertrauens.
Zweihundert Guineen.
Dreihundert.
Vierhundert
Ich halte alle Wetten, rief ein diker Mann mit einer grünen Brille, und ſchlage außerdem, fortfahrend, indem er einen verächtlichen Blik auf mich warf, eine Wette von tauſend Guineen gegen fünfhundert für Thompſon vor.
Bei dieſen Vorten entſtand eine ſo tiefe Stille, daß man hätte eine Steknadel fallen hören können; das Vertrauen des Diken auf Thompſon ſchien das Vertrauen der auf mich Wettenden gelähmt zu haben. Wahrlich, die Ge— legenheit war gut, ich hätte mich leicht aus der ſchlimmen Lage herausziehen können, in die ich gerathen war, aber ſtatt meine Unfähigkeit zu bekennen, ſtekte ich die Hand in die Vruſt, richtete den Kopf in die Höhe, und blikte den Mann ſtolz an, als wollte ich ſagen: Du wirſt deine Kühnheit bereuen! Dieſe gute Haltung gab von meiner Perſon einen hohen Begriff, denn in dem⸗ ſelben Augenblik trat einer von den Neugierigen aus dem Haufen und rief laut: Ich nehme ſie an.


