Jahrgang 
Band 2 (1837)
Seite
486
 
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ſtriß Leigh, gezahlt hatte, obgleich er keinen rechtlichen Aaſpruch darauf hatte. Die Gläubiger bewilligten bald die Freklaſſung des armen Mannes und in der vornehmen Londoner Welt wurde eine Subſkription eröffnet, um den treuen Diener Vyrons in den Stand zu ſezen, ſein Geſchäft wieder anzu fangen. Wenn der Mann von jedem Exemplare der Werke Byrons, die nur in England verkauft werden, einen Shilling erhielte, würde er den Reſt ſei⸗ nes Lebens in Wohlſtand verbringen können.

v-V p:

Ansichten. Urtheile. Begebnisse.

Theater.

Ofen. Herr Wothe, k. k. Hof⸗ ſchauſpieler, hat, nachdem er am 27. v. M. in ſeiner Benefize den Baron v. Abendſtern, in dem LuſtſpieleNach Sonnenuntergang und den Hanns, in Hanns am Scheidewege, gegeben, dann am 28.(auf Verlangen) den Ge ronimo und den Vatel wiederholte, unſere Stadt verlaſſen. In allen die⸗ ſen Nollen bewährte der geſchäzte Gaſt eine friſche, lebendige Komik, voll Wahr⸗ heit und berechneter Wirkung und eine auf Kunſtſtudium gegründete Auffaſſung. Die Dialektrollen, beſonders die ita⸗ lieniſchen, gelangen ihm vorzüglich. Die Aufnahme von Seiten des gebil deten Publikums war eben ſo einſtim⸗ mig als eklatant. Hr. Wothe erhielt die ehrenvollſten Auszeichnungen, wo⸗ lei es auch nicht an Verſen und meh⸗ reren Kränzen fehlte.

(Arena.) Unſer Tagstheater hat oft heitern Himmel; aber wenn noch lange fortgefahren wird, uns mit gries⸗ grämlichen Piecen, wie Präcioſa, Fürſt Blaubart de. zu traktiren, ſo dürfte die Stirne ihres heltern Publikums ſich bald in düſtere Falten ziehen. Weg mit dem Rittertroß, dem Zigeunervolk und den Donquixotiaden, denen nur -der magiſche Schein der Lampen eine illuſoriſche Exiſtenz verbürgen kann! Wir wollen in Gottes lieber, freier

Natur lächeln und lachen; drum ber bei Ihr Hutmacher und Strumpf⸗ wirker, Krepelka und Kluk; herbei mit Euren pudelnärr'ſchen Späßen, auf daß der Frohſinn des Arena-Vublikums und das Arena-Publik um ſelbſt in ſei⸗ nen zahlloſen Schaaren wiederkehre. Solche heitere anſpruchsloſe Gemälde können ſelbſt die erzürnten Gegner die ſes harmloſen Tagstheaters ſanft und zahm machen, und jener erbitterter Ariſtarch in der Leipziger Theaterchro nik wird wohl zulezt auch noch mit⸗ ſchmunzeln und oft zuſprechen müſſen, zumal wir ihn verſichern können, daß in dem Büffet der Arena einZwanziger kredenzt wird, der köſtlich fan

Literatur.

Wien.(Literariſcher Kourier.) Eine neue Spekulation. Es iſt dies nichts anderes, alsder Ver⸗ ſchwender, Original⸗Zaubermährchen in 5 Abtbeilungen v. Ferdinand Rai⸗ mund, Muſik von Conradin Kreutzer, Preßburg bei Korn. Preis 10 kr. C. M. Die verehrten Leſen täuſchen ſich aber gewaltig, ſo wie ſich die guten Leute täuſchten, welche die Broſchüre zu 24 Seiten kauften, wenn ſie wähnen, es ſei jenes Zaubermährchen Raimunds, welches auf ſo vielen Bühnen Senſa⸗ tion machte. Es iſt nichts weiter, als ein Programm dieſes Stükes, die Aus⸗

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