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Kunst, Eleganz und Mode.
Vehbuler Gakt qauuq.
Sonnabend, 22. Juli. 1837.
Das Ungarweilb.
Ballade von Johann Nep. Vogl.
„Du ſchlankes, du blankes Ogurenweib
Mußt werden mein mit dem ſchönen Leib, Erſchlug ich den Mann dir auf blut'ger Haid, Im Arm des Bulgaren vergiß'ſt du dein Leid.“
Das Ungarweib, die Wange wie Schnee, Schreit auf und fliehet, ein flüchtiges Reh; Allein der Bulgar, der alſo ſprach,
Eilt dröhnenden Schrittes der Flücht'gen nach.
Und hin zu den Sümpfen das Weib entflieht, Orinn will ſie verſinken, von Schmerz durchglüht; Drinn will ſie erſtiken ihr Leben warm,
Nicht ſoll ſie umſchlingen des Feindes Arm.
So flüchtet voraus ſie, ihr Fuß, ſo leicht, Berührt kaum im Fliehen den Moorgrund feucht; Doch hinter ihr raſſelt im Panzer ſchwer,
Voll ſchnaubenden Grimmes, der Krieger her.
Und fort durch die Flächen trägt ſie der Fuß,
Schon rauſcht es im Schilfe wie Todesgruß,
Schon ſchwankt's unterm Tritte, ſchon zittert der Grund, Schon wähnt ſie verſchlungen ſich tief im Schlund.
Doch immer noch trägt ſie der ſchwanke Pfad, 2 Jezt hat ſie dem feſteten Land ſich genaht,
Nachtſtrebt der Bulgare, tiefwatend im Rohr,
Da zettert mit einmal ein Schrei an ihr Ohr,


