Jahrgang 
Band 2 (1837)
Seite
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ſche, dann eine ſchweizer, und nun auch eine preußiſche National-En⸗ cyklopädie, in Titel, Tendenz und Einrichtung genau nach dem Vorbilde der öſterreichiſchen(und eheſtens ſoll auch eine baieriſche herauskom men). Dieſe Thatſachen beurkunden auf das Augenſcheinlichſte, wie richtig die beiden Herausgeber des öſterreichi ſchen Werkes das Zeitbedürfniß er kannt, welchem zufolge die genauere Kenntniß des Heimathkreiſes allent hal⸗ ben eine ungleich ernſtere Würdigung für das praktiſche Leben gewonnen. Wie gelungen übrigens die rieſenhaf te, kühne Selbſtaufgabe dieſes öſter reichiſchen Zentralbuches gelöſet wor den, iſt manigfach anerkannt. Von Seiner Majeſtät dem Kaiſer, Aller höchſtwelcher jeder nüzlichen Leiſtung ſo huldreich zugewendet, ward den bei⸗ den Herausgebern eine gnadenreiche Auszeichnung(jedem die goldene Me dailleLiteris et artibus). Die öf⸗ fentlichen Blätter des In- und Aus landes(unter lezteren das Foreign re- wiew ausführlich) vereinigten ſich in der Anpreiſung det Werkes, als eines für jeden ziviliſirten Bewohner des Kaiſerſtaatesunentbehrlichen Aus kunftbuches, und das Publikum ent ſchied ſich für daſſelbe in einem ſolchen Grade, daß viele Individuen ſich ſo gar mehrere Exemplare(manche 5 und mehr) für ihre verſchiedenen Wohnorte und ihre Herrſchaftsämter anſchaſſten (wie z. B. die Herren Grafen v. Fuchs, Keglewich Excell., v. Saintgenois dc.) An dieſes vaterländiſche Werk ſchließt ſich: Portraiten⸗ Gallerie der berühmteſten Aerzte und Natur- forſcher des Kaiſertbums. Format klein Quart, auf feinſtem Basler Papiere. Dieſe Bildniſſe ſind geiſtreich und ge ſchmak voll ausgeführt. Jeden Monat erſcheint eine Lieferung von 5 Stü ken.(Die Lief. 1 fl., in der Beck'ſchen

Buchhandlung). Bisher ſind 8 Liefe⸗ rungen herausgekommen.

Prag. Von der neuen Zeitſchrift Oſt und Weſt ſind bereits zwei in⸗ haltvolle Nummern erſchienen, die die Erwartungen, welche das Leſepublikum ſich von dem geachteten Red. Hrn. R. Glaſer machte, nicht betrogen. Das neue Journal hat Aufſäze von W. Ale⸗ ris und Carové und Gedichte v. Ebert und Wenzig, die der erſten deutſchen Zeitſchrift zur Ehre gerreichen.%

Mignon ⸗Zeitung. Frankfurt. Am 1. Juli, traf der Erzherzog Joſeph von Oeſter⸗ reich, Palatinus von Ungarn, hier ein. Das öſterreichiſche Militär hatte auf beinahe eine Stunde Weges Mi⸗ litärpoſten in Zwiſchenräumen aufge ſtellt, um durch ſchnell laufende Sig nale von deſſen Ankunft unterrichtet und zu würdigem Empfange vorberei tet zu ſein; kaum war daher der hohe Neiſende im Gaſthauſe zumrömiſchen Kaiſer abgeſtiegen, als ſchon eine Eh renwache von einer ganzen Kompagnie mit der Fahne und Regimentsmuſik ſich aufſtellte. Der Zudrang des Volkes war außerordentlich, und aus allen Straßen rollten Gallawagen mit ge ſandtſchaftlichen Verſonen und den Ge nerälen des Bundes dem römiſchen Kai ſer zu, um dem Füͤrſten ihre Ehrer bietung zu bezeugen. Erzherzog Ste⸗ phan und die Erzherzogin Hermine be⸗ ſuchten die Liebfrauenkirche und hörten in tiefer Andacht die h. Meſſe; das vublikum freuete ſich über das freund liche Benehmen dieſer beiden ſchönen Urenkel der glorreichen Maria Thereſia.

London. Von dem Individuum, welches ſeit einiger Zeit die Prinzeſſin (jezt Königin) Viktoria überall ver folgt, erfährt man einiges Nähere,