Kunst, Eleganz und Mode.
Veßuter Sage q g g
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57. Mittwoch, 19. Juli. 1837.
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a Die Gräfin Nicanora Chaſaneff, eine der reizendſten Wittwen Moskaus, lehnte in trüben Gedanken verſunken, in einer Eke ihres Divans. Ein Schmerz ganz eigener und fremder Art ſchien ſie zu peinigen. Ihr ſchones Auge, ſonſt der klare Spiegel einer ewig heitern Seelenſonne, ſtarrte trüb und traurig vor ſich hin. Das roſige Lächeln, das ſonſt ihren Mund umflog, hatte einem Zuge bittern Hohnes Plaz gemacht. Sie erhob ſich, trat vor den Spiegel, warf(es ſchien ihr Ueberwindung zu koſten), einen flüchtigen Blik hinein, und hauchte dann einen ſchweren Seufzer aus. 5
Und in demſelben Augenblik trat Feodora, ihr lüftiges Kammermäd— chen, ein.
Gnädige Frau! lächelte die Zofe.
Was gibts? fragte die Gräfin.
Baron Almar bittet um die Ehre, Ihnen einen guten Morgen wünſchen zu dürfen.
Ich bin weder für ihn, noch für einen andern zu ſprechen.
Der arme Baron! ich habe ihn vorgeſtern ein- und geſtern zwei Mal abweiſen müſſen.
Und auch heute kann ich ihn nicht annehmen. Sag' ihm, ich befände mich im Bade.
Er wird dann warten wollen.
Sag' ihm, ich ſei krank, und könne ihn durchaus nicht empfangen.
Der arme, arme Baron, ſeufzte die Zofe und ſchlich betrübt zur Thür hinaus, um Herrn von Almar die traurige Botſchaft zu bringen.
Die Frau Gräfin laſſen ſich entſchuldigen.— Was? wieder abgewieſen? Sag' mir ſchönes Kind, was geht denn vor?


