ſchaͤftig, in den einſamen Oemächern ſich herumzutreiben. nem obern Stokwerke kommende Haus meiſterin dieſen unbekannten Men— ſchen in der Wohnung der aufs Land gezogenen Parthei erblikt, ſtürzt ſie, nicht wenig darüber erſchroken, die Stiege hinab, ſchlägt ſchnell das Haus⸗ thor zu, und eilt zur Behörde mit der Anzeige: im Quartiere des Hrn.““ ſeien Diebe eingebrochen. Gerichtsper— ſonen eilen zur Stelle— man ergreift den nichts ahnenden jungen Mann, und — wer war's? der neu angeſtellte Hof— meiſter eines angeſehenen Hauſes, der von ſeiner Herrſchaft den Auftrag er— halten hatte, in der, über den Som— mer verlaſſenen Wohnung nachzuſehen, ob alles Zurükgebliebene in Ordnung ſei. Nur mit Mühe konnte er ſich vor dem Arretirtwerden verwahren, denn herbeigeholte Perſonen mußten die Identität des armen, erſchrokenen Hof— meiſters bezeugen und ſeine Freilaſſung bewirken.— Jezt hören Sie noch mei— ne eigene Leidensgeſchichte: Es war an einem ſchönen Sommerabende, um welchen mir noch zu Stunde leid iſt, als ich mich, es war am 7. Juli, in das Joſephſtädter Schauſpielhaus zur Beaugenſcheinigung des annoncirten Quodlibets, aus Oper, Ballet und Schauſpiel beſtehend, begab. Dies Quodlibet, eine Olla potrida, ein Pel- mele, ein Häringſalat der Bühnenwelt, zerriß die Geduld der Zuſchauer in tauſend Stüke. Wir hörten da eine halbe Ouverture, das Kinderduett aus „Norma“ von Dem. Leeb u. Eder mit Geläufigkeit aber hölzernem Spiele vor— getragen; dann kam ein Luſtſpiel: „Wer iſt Schuld daran“, einzig durch
448
Als die, aus ei-
das brave Spiel des Hen. Kindler dom Untergange gerettet. Darauf ein Pas— dedeuß, von einem Purzpichleriſchen Ehepaare getanzt, rien d'extraordinaire. Doch jezt, o grauſig Schikſal! muß ich es hervorrufen, was tief ſchon in der Vergeſſenheit Grabe lag? Ein Herr Wimmer, vom Linzer Theater, ſang zum Beſchluſſe dieſes Gemiſch-Gemaſch, die große Kreutzer'ſche Arie mit Chor, dieſe pulſirende Ader, dieſes Lebens— brinzip der Auber'ſchen„Falſchmün— zer.“ Doch wie? ich ſagte, er ſang— o, da bitte ich tauſendmal um Verge⸗ bung! Nein, nein, dieſer Hr. Wim⸗ mer, wimmerte die wunderherrliche Arie.„Die Welt ſteht auf keinen Fall mehr lang.“ O! göttllcher Neſtroy, laß dich umarmen für dieſen Weltgürtel—⸗ Gedanken! Alambre.
Genf. Der weibliche Elephant, Miß Dyeck, der ſchon ſeit zwei Mo— naten wegen ſeiner wilden Gemüths— art in dem Stadtgraben zu Genf ge— fangen gehalten wird, ſoll jezt, da ſein Führer und Eigenthümer ihn verlaſſen hat, getödtet werden. Wahrſcheinlich wird man Vergiftung wählen, um die Haut nicht zu verlezen, da der Ele— phant ausgeſtopft, und neben ſeinem im Jahre 1820 durch Kanonenſchüſſe ge⸗ tödteten Vorgänger im naturhiſtori⸗ ſchen Muſeum aufbewahrt werden ſoll. Durch die knappe Koſt iſt er ſchon ab— gemagert und ſtumpf geworden. T.
Modenbild. Nr. 28.
(Paris, 1. Jull). 1. Relsſtrohhut. Kleid von Mangolienne mit Sammetſtreifen garnirt. 2. Sammethäubchen. Ueberrok 1a Marie von geſtikter Mouſſelin.
5 fl. und poſtfret 6 fl. C. M.— Man pränumerirt im Kommiſſionsamt zu Ofen(Feſtung, auterhe*
Halbſähriger Preis 4 fl., mit freler Poſtzuſendung 5 fl. Auf Velinpapier mit erſten S 5* des Waſſerthors), in C. Millers u. F. Tomalae Kunſthandlungen zu peſth unt bel alen t. k. Poſtämter a
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


