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der Sultan Mahmud!“ aus den Reihen der Soldaten, und wurde von ber Menge wiederholt, ohne daß jedoch der Sultan den Zuruf durch einen Gruß
erwidert hätte.
Theater.
Peſt h.(Mad. Schodel als Fide⸗ lio.— Die falſchen Vertraulichkeiten.) Am 27. Juni gab Mad. Schodel den Titelpart in Beethovens klaſſiſcher Oper:„Fidelio“ zur zweiten Gaſt— rolle. Die geſchäzte Künſtlerin erregte hier, wenn möglich, noch größere Sen— ſation, als bei ihrer erſten Erſchei— nung. Sie excellirte in allen Theilen durch Wohlklang, Stärke und Rein- heit der Stimme, Feuer, Gefühl und Ausdruk im Vortrage und durch eine wohlangebrachte, höchſt wirkungsvolle Agilität im Spiele. Die einfache und tragende Geſangsweiſe iſt ihren Kräf— ten beſonders zuſagend, ſo daß ſie da— mit unwiderſtehlich auf Herz und Ge— müth wirkt. Die effektvollen Szenen im Kerker waren erhaben ſchön aus— geführt. Der Geſang war von Leiden— ſchaft beſeelt und die mimiſche Dar—
ſtellung hatte eine romantiſche Farbe.“
Mad. Schodel nähert ſich hier nicht nur der Mad. Schröder-Devrient, die in Deutſchland als Prototyp aller Fi— delios gilt, ſondern ſie übertrifft noch gewiſſermaſſen, beſonders an Zartheit des Geſanges, dieſe ſo hochgeprieſene und überſchäzte deutſche Malibran. Un⸗ ſer Gaſt erfreuete ſich einer höchſt eh— renvollen Theilnahme. Großer Applaus. Mehrmaliges Hervorrufen).— Herr
) Mit Bedauern vernehmen wir, daß, wegen der plözlichen Unpäß— lichteit der Dem. Rauch, und da die Abreiſe der Mad. Schodel(nach ihrem Vaterlande Siebenbürgen) keinen Aufſchub erleidet, die vor—
Beer war als Floreſtan ausgezeichnet brav. Er ſang und ſpielte ergreifend ſchön und führte überhaupt ſeinen Part mit dramatiſcher Einſicht durch. Er er— hielt lebhaften Beifall. Die Herren Oberhoffer, Kaler, Rötzer, ſo wie Dem. Rauch erfreuten ſich ebenfalls verdien— ten Beifalls.— Tags darauf gab man zum Erſtenmale:„Die falſchen Ver— traulichkeiten“ Luſtſp. in 3 A. a. d. Franz des Marivaurx von J. Grafen
Mailath. Ein echtes franzöſiſches Stük
nach alter Schule mit einer Intriguen— Maſchienerie, in welcher die Valetde— Chambres die Haupttriebfedern bilden. Es handelt ſich hier darum, das Herz einer reichen, jungen, hübſchen, aber ſtolzen Wittwe für einen mittelloſen, ſchlichten u. beſcheidenen jungen Mann zu erobern. Ein Freund des Liebha— bers ſchleicht ſich im Hauſe der Witt— we als Kammerdiener ein, der Lieb— haber ſelbſt als Sekretair u. ſo muß die Sache gehen. Aber die Mittel, die hier angewendet werden, ſind jenen ganz entgegengeſezt, die bei Donna Diana ſich ſo wirkungsvoll erweiſen; denn während Don Cäſar Stolz dem Stolze entgegenſezt, muß unſer Lieb— haber ſichwahnſinnig verliebt ſtel— len und ſiehe, auch das führt unfehl— bar zum Ziele. Wie manigfaltig ſind doch die Mittel, mit denen man ein ſprödes Weiberherz erweichen kann!
gehabten fernern Gaſtrollen dieſer Sängerin nicht ſtattfinden können. Man tröſtet ſich mit der Hoffnung, ſie bei ihrer Rükreiſe noch einige Mal zu hören,


