Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
396
 
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396

O ja, Eger Ehren; hier iſt das Vademecum des Friebensrichters; der lezte Akt des Parlaments über die Zölle; der Kalender von Newgate, und die neueſte Ausgabe von dem Leben des Hauptmann Quilty, des berüchtigten Straßenräubers; auf dem Titelblatt finden Sie auch ſein Portrait.

Eure Sammlung iſt ausgewählt, ich muß es bekennen. Gebt mir das Leben des Hauptmanns Quilty, es 1035 wohl, wie ich denke, recht ſpaß⸗ haft ſein.

Spaß haft, Herr Oberſt? ſcöne Späße! Es handelt von nichts als Mord, Raub und Diebſtahl, von Anfang bis zu Ende; ich muß mich wundern, daß Sie ihm heute früh nicht auf der Straße begegnet ſind. Uebrigens iſt dies vielleicht ein großes Glük ſür ihn, denn nach meiner Meinung hätten Sie mit Ihren Piſtolen, die ſo ſtark geladen waren, Quilty ſelbſt das Lebenslicht ausblaſen können.

Das muß ein ſchreklicher Menſch ſein, wenn dieſes Portrait ihm gleicht.

Man hat mich verſichert, die Aehnlichkeit ſei frappant. Doch, daß ich es nicht vergeſſe, heute wird ein Mann von ſeiner Bande verurtheilt. Viel- leicht würde es Euer Ehren Vergnügen machen, dem Prozeſſe beizuwohnen? Man wird unter andern über drei Menſchen wegen Mords, über eine Frau, die ihren Mann vergiftet hat, und über zwei Mädchen das Urtheil fällen, die ihre Kinder erdroſſelt haben, ohne die Todtſchläger, Brandſtifter und Diebe ver mittelſt Einbruchs zu rechnen.

Ich halte nicht viel auf dergleichen Dinge; übrigens iſt es auch ſchon ſo ſpät, daß ich ohne Zweifel wenig Ausſicht hätte, einen guten Plaz zu be kommen.

O! wenn es nichts iſt als das, erwiderte der Wirth,ſo verſpreche ich Ihnen den beſten Plaz im Saale. Sie ſollen einen Plaz zur Seite des Richters finden; es trifft ſich ſelten, daß ein ſo edler Herr, wie Euer Ehren, den Verhandlungen des Aſſiſenhofes beiwohnt.

Und wie wollt Ihr es machen, um mir einen ſolchen guten Plaz zu verſchaffen, Meiſter Mulligan? f

Nichts auf der Welt iſt leichter; ich laſſe dem Gerichtsſchreiber, der zu den Füßen des Richters ſizt, ein Billet zukommen, das ich an das Ende des weißen Stabes des Gerichtsdieners anhefte.

Und was werdet Ihr in dieſem Billete ſagen?

Nichts anders, als daß Seine Gnaden, der Herr Oberſt O'Carroll, vom irländiſchen Regiment Königs Dragoner, auf ſeiner Durchreiſe zu dem Marquis in Vallymagarey- Park, ſich ein großes Vergnügen daraus machen würde, den Sizungen des Gerichthofes anzuwohnen.

Wie es ſcheint, hat euch mein Bedienter meinen Namen geſagt? Der einfältige Schlingel! murmelte der Fremde zwiſchen den Zähnen.

Und warum ſollte er denn nicht, Euer Ehren? Ein ſolch ſchöner Name...

(Beſchluß folgt.)

Neigungen moderner Schriftſteller.

Es iſt ſeit einiger Zeit bei den meiſten Schriftſtellern Frankreichs und Englands die Sucht zu reiſen eingeriſſen. Italien, Spanien und der Orient