Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
389
 
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389 Abend in die italieniſche Komödie, da werden Sie den berühmten Harlekin Biancolelli ſpielen ſehen; ſeine Poſſen und Scherze werden Sie ſchon aufhei⸗

tern.Ach, mein Herr! rief der arme Kranke,ich ſehe ſchon, meine Melancholie iſt unheilbar! Ich ſelbſt bin Biancolelli.

Die Farbe der Augen.

Es wird Vielen ſonderbar vorkommen, wenn wir bebaupten, die Farbe der Augen habe auf die Kraft derſelben Einfluß; daß dies aber wirklich der Fall iſt, unterliegt keinem Zweifel mehr, und diejenigen, welche braune oder ſchwarze Augen haben, mögen es ſich zu Herzen nehmen, daß dieſe ſchwächer ſind und leichter leiden, als die blauen oder grauen Augen. Hell blaue Augen ſind unter übrigens gleichen Umſtänden die ſtärkſten und ihnen zunächſt ſtehen die grauen. Je lichter die Pupille iſt, deſto größere und ausdauerndere An⸗ ſpannung kann das Auge aushalten.

Von dem Küſſen.

Vor den lezten Aſſiſen in Middleſſer erſchien ein junges Mädchen, das angeklagt war, dem Thomas Saverlane die Naſe abgebiſſen zu haben. Dieſer erzählte, er ſei in ein Wirths haus gekommen, wo die Angeklagte mit ihrer Schweſter geweſen. Dieſe habe lachend erzählt, daß ſie ihrem Manne verſpro chen, kein Mann ſolle ſie dieſen Tag küſſen. Saverlane ſah dies für eine Aufforderung an und küßte die junge Frau, welche die Sache als einen Scherz hin nahm; ihre Schweſter aber wurde böſe und Saverlane drohete ihr, wenn ſie nicht ſchweige, werde er ſie auch küſſen u. er verſuchte es auch. Das Mädchen wehrte ſich, und als Saverlane nicht abſtand, biß ſie ihm ein Stük von der Naſe ab. Die Jury ſprach die Angeklagte augenbliklich frei und gab dem Kläger zu bedenken, wenn er Roſen brechen wolle, müſſe er ſich der Gefahr aus⸗ ſezen, von den Dornen geſtochen zu werden.

Luxus mit Blumen.

Man iſt heut zu Tage nicht mehr zufrieden damit, was die Eleganz in dieſem Genre für genügend erklärte.

Gibt man einen faſhionablen Ball, ſo beſteht die Hauptausgabe darin, eine Maſſe von Blumen herbeizuſchaffen, womit die Lüſtres, die Kamine und Conſole-Tiſche bedekt werden. Schon auf der Treppe glaubt man ſich in einen Garten verſezt, und die Vorzimmer erfüllt ein berauſchender Duft.

Bei dem Valle, den der reiche Lord P. vor Kurzem in Paris gab, koſte⸗ ten die gemietheten Blumen ungeheure Summen. Man bezahlte die Gärtner mit Billets zu tauſend Franken.

In einem Hauſe, das auf Eleganz Anſpruch machen will, müſſen die Blumen ſtets außerordentlich friſch ſein. Nichts beleidigt mehr den feinern Sinn, als ein abgeblühtes Gewächs.