Kunst. Eleganz und Mode.
Leheter Sacbeg ag.
49. 0 Mittwoch, 21. Juni. 1837.
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(Beſchluß.) „Ich verſpielte mein ganzes Vermögen und machte dich mit deinem Kinde
zur Bettlerin!“. Wera lebte auf. 5, „Nur das! Beruhige dich, liebſter Freund!“ ſagte ſie, ihrem Gatten
um den Hals fallend.„Wir wollen arbeiten; du wirſt nicht mehr ſpielen, und wir werden ſo glüklich ſein, wie früher, viellelcht noch glüklicher im Bewußt⸗ ſein unſerer Thötigkeit.“ i
„Nein!— Es iſt Alles vorbei!— Ich habe Gift genommen 10—
„O Gott!“. 5 5
Wera fiel bewußtlos auf ihr Lager zurük. Schelkoff ſtürzte zur Thür, rief die Mägde herbei, befahl ſeiner Frau Hilfe zu leiſten und riß wie ein Wahnſinniger den Knaben aus der Wiege. Ohne auf deſſen Geſchrei zu achten, drükte er ihn an ſeine Lippen und murmelte dabei unverſtändliche Worte her. Heftiges Schluchzen benahm ihm die Stimme. Zum Glük erbarmte ſich die Natur und gab ihm Thränen. 5
Wera kam zu ſich und kaum im Stande, ſich auf den Füßen zu halten, ſprang ſie aus dem Bett, warf ein Nachtkleid über, eilte zu ihrem ſchreienden Knaben und fiel weinend dem Gatten um den Hals.
„Iſt denn durchaus keine Rettung mehr?“.
„Keine. Schon fühle ich in meinem Innern die Wirkung des Giftes.“
„Vete zu Gott, theurer Mann, bete!— Erflehe ſeine Verzeihung!“
Beide warfen ſich vor dem Heiligenbilde auf die Knie nieder. Der Kleine war auf den Armen der Mutter ruhig geworden.
Plözlich ertönte die Hausgloke. Die im Gebet vertieften unglüklichen Eheleute hatten keinen Sinn für Alles, was um ſie her geſchah.


