Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
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Fahrzeuge ſind deſtaͤndig mit dem Eler⸗ transport beſchäftigt. B. Buntes aus London. In der Grafſchaft Eſſex in England hat ein Conſtabel die Fußtapfen an dem Orte eines begangenen Verbrechens mit Blei aus füllen laſſen und dadurch einen ſo vollkommenen Abdruk der Spur erhal ten, daß der Schuhmacher im Stande war, den Dieb zu nennen. Ein engliſcher Reiſender, der ſo eben ſein Reiſetagebuch herausgegeben hat(bei läufig bemerkt, die Mehrzahl der neuen engliſchen Touriſten beſteht weder aus ſehr feinen, noch aus ſehr geiſtreichen Beobachtern) macht den deutſchen Frau enzimmern das Kompliment, ſie hätten ſo plumpe Füße, daß er lange geglaubt habe, ſie trügen Stiefel unter den Strümpfen. Ein engliſcher Kohlen bändter, Hr. Baumont, hat für ſein Haus in London ein Meublement von mehr als einer Million Frks. in Pa⸗ ris beſtellt. Die Bronzearbeit alleln

koſtet 200,000 Frauks. In der Graf⸗

ſchaft Stafford iſt kürzlich eine Frau verhaftet worden, die aus Elend drei ihrer Kinder den Hals abgeſchnitten hatte, und ſich ſelbſt auf ähnliche Weiſe das Leben nehmen wollte. L. Stockholm. Für das Mozarts Denkmal wird am 10. Juni hier ein großes Konzert von 240 Mitwirken den, das größte bisher in Schweden

veranſtaltete, gegeben werden. W. Lokal⸗Zeitung.

Theatraliſches.Onkel u. Nich⸗ te, Luſtſpiel v. Mad. Birch⸗Pfeiffer hat auf

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hieſiger Bühne ſehr gefallen, was aber meiſt die gute Darſtellung(durch die Damen Grill, Deny, Schmidt, die H. H. Deſſoir, Berg und Lang) bewirkte. Näheres im Theaterbericht. unſer hochgeachtete Künſtlerin, Mad. Ka⸗ lis⸗Padjera iſt von einer langwierigen Krank- heit geneſen, und wird künftige Woche, zur Freude aller Verehrer der mimiſchen Kunſt, in einem neuen effektvollen Stüke der Mad. Birch-⸗Pfeiffer:Die Wittwe, die Bühne wie der betreten. Der Tenoriſt Hr. Kreipl ver- läßt mit künftigem Monat unſere Bühne und begibt ſich vorerſt nach Wien, woſelbſt ed früher ſo beliebt war. Auch Hr. u. Mad. Treumann verlaſſen nächſtens Peſth. Mad. Romanini, die graziöſe Drahttänzerin, been dete am 15. d. M. ihre Produktionen auf hieſiger Bühne. Unſer Balletmeiſter Herr Stökel begibt ſich mit Dem. Klara Heinefet ter nach Wien. SpohrsFauſt kommt heute neu in die Szene. H.

Elyſium. Ju vieler Hinſicht verdient eine höchſt anmuthige und geräumige Loka- lität im Gaſthauſezum Palatin, in der Weiznergaſſe, dieſen Namen; denn hier findet ſicher jeder Epikuräer, jeder Gourmand, je der Lebemann, ſo wie überhaupt jeder kom fortable, Gemächlichkeit ſuchende Gaſt ein einladendes Eden, wo nicht nur Speiſen und Getränke in beſter Qualität kredenzt werden, ſondern wo die Annehmlichkeit des Ortes, der Duft der Orangerie, das ſanfte Fächeln des Laubwerkes den Genuß des Wohlſchmekers erhöhen. Wird noch eine muſikaliſche Soiree gehalten, wie dies heute und in der Folge alle Sonnabend der Fall ſein wird, ſo iſt hier Alles vereint, was zu einem geſellſchaft⸗ lichen Amuſement beitragen kann. Das Or cheſter ſteht unter Leitung des rühmlich be kannten Hrn. Zöhls. Hoffentlich wird nun die ſchöne Sommerwitterung Beſtand haben, und da in dieſer Lokalität Raum genug für einige Hundert Perſonen iſt, ſo werden hier wohl alle Sonnabend die glänzendſten und beſuchteſten Reunionen ſtattfinden. 5

Genre⸗ Bilder. Nr. 3.

Der Straßen-Antiquar(Bücher Trödler). Wir übergeben diesmal den geehrten Abonnenten des Spiegels ein Bildchen, das in allen ſeinen Theilen ſo bezeichnend, ſo ſprechend iſt, daß uns faſt jede umſtändlichere Erklärung erſpart wird. Die Szene iſt, wie das vor uns liegende Original ſagt, und wie die Bauart der Gebäude und Einiges von den Trachten andeuten, in Italien; aber es herrſcht in dieſen Phyſiogn omien, in dleſer