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C. M.), während die Catalani bei dem Muſikfeſt zu York im J. 1823 nur 600 Pfd. erhielt. In der That, je älter dieſe Sängerin wird, deſto höher ſteigen die Summen, die ihr ihre En— thuſiaſten auf dem Papiere ausſezen. M.
Mignon⸗ Zeitung.
Buntes aus Paris. Zum Beſten der Reiſeluſtigen iſt eine neue Anſtalt entſtanden, welche den Namen der Messageries frangaises führt, und ſowohl nach Genf als nach Dünkirchen direkt Paſſagiere und Güter befördert. Da jezt Alles ſich entweder in die See— bäder oder in das Chamounythal be— gibt, ſo iſt die Unternehmung gut be— rechnet.— Zu den königl. Familienfe— ſten in Fontainebleau werden unſere erſten Theater Abgeordnete ſenden. Du⸗ prez und Fanny Elsler werden die gro— ße Oper repräſentiren. Erſterer wird den Melchthal im Tell ſingen, uad Leztere im dritten Akte ein neues Pas tanzen. Das Teatre frangais wird den folgenden Abend la gageure imprévue und les fausses confidences, Erſteres von Sediaine, Lezteres von Marivaup, durch ſeine vorzüglichſten Künſtler auf— führen laſſen. Die Mars iſt in bei⸗ den Stüken unübertrefflich.— In der Gaité gibt man ein neues Drama, unter dem Titel:„Ein Kriminalfall“, das ſehr intereſſant ſein ſoll. Es läßt ſich vorweg nicht bezwelfeln, daß es haarſträubend darin zugehen wird.— Der Plan des Vicomte von Botheiel, ſogenannte Omnibus restaurans zu er⸗ richten, den derſelbe bis jezt noch nicht ins Leben treten laſſen konnte, ſteht eigentlich ſchon längſt ausgeführt da, und zwar dehnt ſich dieſe Entrepriſe über ganz Frankreich, nicht blos über deſſen Hauptſtadt aus, und man darf kühn von Diligences zestaurans ſpre⸗
chen. Der Zufluß von delikaten Nab— rungsmitteln nach Paris, die leicht dem Verderben ausgeſezt ſind, iſt näm— lich ſo im Wachſen, daß man oft gan— ze Diligencen faſt nur mit ſolchen an— gefüllt ſieht, und nur wenig Plaz für die Reiſenden bleibt. Die Straß— burger Gänſeleberpaſteten okkupiren das Coupé, die Rotonde iſt gänzlich dem herrlichen Geflügel von La Breſſe gewidmet, und die ſtarkriechenden Käſe, die geräucherten Artikel thronen ſtolz auf der Imperiale. Dieſe Ladung konn- te nicht anders als den Blik der Spiz— bu ben auf ſich ziehen, und ſo iſt jezt der Vo! à la diligence an der Tages- ordnung. Die wakern Leute wollen jezt nicht mehr re ich, ſondern fett werden. Beim ſchönſten Wetter ſizen ſie inſgroßen Mänteln da, und wenige Stunden von der Station ſpringen ſie vom Wagen, u. entfernen ſich, ohne Po— ſtillon oder Kondukteur im Geringſten zu inkommodiren. Denn nicht nur be— gnügen ſie ſich damit, ſich im Wagen zu mäſten, ſondern ſie ſaken ein, was ſich einſaken laſſen will, und nehmen es mit fort. Die Polizei macht jedoch ernſte Anſtalten, den Spizbuben den Wahn zu benehmen, als ſeien die Diligen— zen zu ihrer Stärkung da, und man iſt bemüht, ſie auf einfachere Rationen zu ſezen.— Zweihundert Zimmerleute ſieht man an den Konſtruktionen auf dem Marsfelde arbeiten, wo das mili— läriſche Feſt abgehalten werden wird, das ſehr intereſſant zu werden ver- ſpricht. Ein Fort, von 100 Tonnen Ausdehnung, wird dabei von 100 Ka— nonen vertheidigt werden.— Ein Le— bensüberdrüſſiger in Marſeille hat ſei—⸗ nem Leben wieder auf eine neue Art ein Ende gemacht, indem er ſich aus— gekleidet in eine Grube ſtürzte, in welcher eben Kalk gelöſcht wurde. Ob—⸗ gleich die Arbeiter ihn ſchnell heraus⸗ zogen, ſo ſtarb er doch auf dem Wege


