Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
371
 
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den Tiſch werfend, rief er:Vaſta! und richtete, als ſtehe Ihm ein Un glük bevor, ſeine ſtieren Blike auf den Huſar. 5

Baſta da bin ich, um abzurechnen! ſagte der Leztere im ernſten Tone 3 Bank halter.Alſo, mein theurer Freund, ſind Sie wieder in meine Hände gefallen. Machen Sie nur keine Umſtände und kommen Sie mit mir in's andere Zimmer.

Der Bank halter rührte ſich nicht von der Stelle und blikte wehmüthig auf ſeine Gefährten, die leiſe unter einander ſprachen. Die Pointeurs, die nicht begriffen, was Alles dies zu bedeuten habe, ſahen bald auf den Huſar, bald auf den Bankhalter.

Komm ſogleich mit mir, oder ich laſſe dich von meinen Huſaren an den Haaren hinausſchleppen! 5

Naub! Plünderung! ſchrie der Bank halter. Die Pointeurs ſprangen von ihren Sizen auf und erwarteten begierig das Ende dieſes Auftritts.

Der Bankhalter führte abſichtlich kräftige und wild ausſehende Gefähr

ten mit ſich, um ihn zu vertheidigen und die Pointeurs in Furcht zu erhalten. Er wendete ſich zu ſeinen Trabanten und rief ihnen zu:Vertheidigt mich! er will mich morden. Schon zwei Mal ließ er mir kaum das Leben.

Die Trabanten rükten vor. Einer von ihnen ſtellte ſich vor den Huſar hin und ſagte:Wie unterſtehen Sie ſich, Ordnung und Anſtand zu verle⸗ zen? Wollen ſie etwa Händel anfangen?Säbel heraus! ſchrie der Offi zier ſeinen Huſaren zu.Wagſt du es, dich mauſig zu machen, ſo laſſe ich euch Alle zuſammen hauen, wie gehaktes Fleiſch. Meine Herren! ſagte er zu den Pointeurs,nehmen Sie Ihr Geld zurük; Sie ſind unter falſche Spieler gerathen. Ich kenne dieſen Spizbuben und habe ſo eben in ſeiner Wohnung ſeine verfälſchten Karten in Beſchlag genommen.

Die Pointeurs, ohne eine Abrechnung abzuwarten, ſtekten ihr Geld zu ſich, und einer der Gefährten des Bankhalters ergriff aus der Bank ſo viel Geld als er mit beiden Händen faſſen konnte, ſchlug eine Fenſterſcheibe ein und ſprang in den Gemüſegarten hinunter. Der Spieler, der den Huſar ange redet hatte, ſchlich ſich auf den Zehen aus dem Zimmer. Der Bank halter, bebend vor Angſt, faß wie verſteinert da.

Einer von den zurükgebliebenen Trabanten ſagte zum Offizier:Erbar men Sie ſich, was ſoll dieſe Selbſtgenugthuung! Wie dürfen Sie die Säbel entblößen. Fürchten Sie keine Verantwortlichkeit?

Ich fürchte nichts und werde euch zuſammen hauen laſſen, wie Räuber im Walde, wenn Ihr es wagt, euch zu widerſezen. Vor eurer Wohnung ſteht Wache, die verfälſchten Karten, die Ihr mitbrachtet, ſind verſiegelt und ſollen von mir der Obrigkeit ausgeliefert werden.

Was haben wir Ihnen aber gethan? Wodurch haben wir Ihren Zorn verdient? fragte der Trabant.Haben Sie die Güte, ſich zu erklären. Viel⸗ leicht kann man ſich verſtändigen.

Der Offizier ging in's Nebenzimmer, wohin ihm der Trabant mit dem faſt beſinnungsloſen Bankhalter folgte.

Der Offizier ſprach:Wenn Sie die Sache friedlich beilegen wollen, ſo hören Sie meine Bedingungen; liefern Sie mir Schelkoff's Wechſel und alles von ihm verlorene bagre Geld aus, und machen Sie, daß Sie morgen