Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
358
 
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Schranken zu ſezen, 5 fl. W. W. Die

Abnahme der Eintrittskarten iſt ſehr groß, ſo daß der geräumige Saal ſchwer⸗ lich ein Tänzchen zulaſſen wird. Im Theater exerzirten vorige Woche bereits dreimaldreizehn Mädchen in Uniform unter dem hübſchen und ſchmuken Korporal(Mad. Schumann) und unterhielten, ſowie das drollige Invalidenkleeblatt, Feiſtmantel, Prei ſinger und Schikaneder, recht ange nehm ein Stündchen. Der dramatiſche Vorleſer, jezt Theater-Geſchäftsleiter, Hr. Karl von Holtey, beſchenkte uns mit zwei Bühnenprodukten. Nro 1 heißtShakespeare in der Heimath, das außer einigen im lezten Akte vor kommenden Knall- und Fallſzenen, recht langweilte, beſonders in den beiden erſten Aufzügen, in welchen ſich Sha kespeare ins Geſicht ſo anlobhudlen läßt, als wäre er Mitglied der Berliner Mittwochsgeſellſchaft. H. Fiſcher ſpielte den Britten nicht ſchlecht, nur etwas zu ſüßlich, Dem. Herbſt recht waker. Nr. 2. führt den Titel:die Wiener in Paris und ſoll einLuſtſpiel ſein. Hören Sie, was in dieſem Luſt ſpiel vor-, zu- u. abgeht! Ein Sauer- topf aus Wien(2) wird von ſeinen El tern nach Paris geſchikt, um ſich zu zerſtreuen. Der geſchikte, aber noch nicht zerſtreute Sauer- Milchtopf zer ſtreut ſich nach einer Vorſtadt und ver liebt ſich in eines Pariſer Ekenſtehers liebes Töchterlein, das ihn vice versa wieder liebt. Die Verliebten haben ſich aber noch nicht geſprochen und ver ſprochen. Dies iſt die Urſache, warum der Sauertopf noch ſaurer wird und keinen Brief nach derlieben Heimat ſendet. Die betrübten Eltern in Wien reiſen auf das Stillſchweigen ihres Söhnleins nach der Stadt der Seine oder der Seineſtadt und finden ihn per varias casus im Hauſe der Ange beteten, die er gerade zum Erſtenmale

beſuchen und ſprechen darf. Es erfolgt nun zwiſchen Vater und Sohn, ditto Vater und Tochter eine Szene, dle Schiller am Schluſſe des zweiten Ak tes ſeinerKabale und Liebe ſſcher lich benüzt haben muß. Die agirenden Perſonagen ſind ein reiches, händerin gendes Elternpaar aus Wien mit ei nem Jungen, dem Träger der Liebe einer Pakträgerstochter, ditto deren Vater, der nur Ein Auge im Ge ſichte und viel Ehre im Leibe hat, ſammt ſeiner Ehehälfte, einer Wiene rin, die ihre Sehnſucht nach derSai lerſtadt nicht unterdrüken kann; dann ſeiner Tochter, die gern Deutſch ſpricht, und endlich ein Vedienter, ein ſchlechte Abart der Floriane. Löſchpapierene Reden, froſtige Späße, drei franzöſ. Liedchen machendie Diktion dieſerWiener in Paris aus. Po lawsky war als Bonjour wahrhaft klaſſiſch und nur dieſem Künſtler iſt die Annahme des Stükes von Seiten des Publikums zu danken. Die Gaſt⸗ ſpiele der Dem. Lutzer füllen fortwäh rend das Haus. Geſtern ſang ſie im Poſtillon mit einem Sturm von Applaus. Dem. Großer von Königs berg wird dieſer Tage in einer Luze riſchen Partie auftreten. Ich wünſche es der Direktion ſehr, daß ſie an der Königsbergerin einigen Erſaz für den Verluſt der Jenny fände. Spohr wird künftigen Monat her erwartet, um ſeinenBerggeiſt ſelbſt zu diri⸗ giren und um einige Konzerte zu ge ben. Scholz wird ebenfalls Anfangs Juni als Klapperl auftreten. Neſtroy kommt nicht, weil der Weg von Ofen nach Peſth viel näher iſt als nach der Moldauſtadt. Der Wiener Humoriſt, ich meine nicht die Zeitſchrift, ſondern deren Vater, dann Uffo Horn und Lud wig Löwe ſollen im Juli nach Prag kommen. Saphir wird eine Vorleſung halten, Hern ſeine dramgtiſchen Ge