Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
357
 
Einzelbild herunterladen

357

Mädchen! rief ich und der Zeiger meiner Uhr ſtand auf Zwölf. Wenn du eine Sterbliche biſt, laß dieſe Hand mich küſſen! Ich ſtreifte ihren Handſchuh ab und es war mir, als ginge der Degen aus der Scheide... ich drükte die Hand an meinen Mund. Noch einen Blik warf ich darauf... Ach! Die Hand war blau und roth, und auf dem kleinen Finger ſchien Blut vergoſſen zu ſein.

Aber, mein Fräulein, wie kommen Sie zu diſer Hand! Und eine Thräne floß auf ſie herab.

Aber, Herr(ich ſpizte die Ohren, wie ein ſchlecht memorirender Schauſpieler auf den Souffleur.)Aber Herr Jemerſch, wenn man ooch den janzen Dach int's Waſſer rummerkuddelt und ſchauer unn waſcht, da kennen ſe ooch der Deibel nicht beſſer ſint!

O Verſtellung, rief ich, dein Name iſt

Erneſtiene, aberſt meine Herrſchaft nennt mir immer Rieke!

Reinlichkeit der Araber.

Wir kamen, erzählt Campbell, vor einigen Arabern vorbei, welche nakt auf der Erde ſaßen und ihre Kleidungsſtüke neben ſich ausgebreitet hatten. Ich fragte, warum ſie dies thäten, und man ſagte mir, ſie breiteten ihre Klei dungsſtüke abſichtlich auf Ameiſenhaufen aus und die Ameiſen ſuchten aus denſel⸗ ben heraus, was nicht hineingehörte, worauf ſie in ihre Neſter zurrükkehrten.

Ansichten. Urtheile. Begebnisse.

den Hr. Rabsky zur Eröffnung der Re Korreſpondenz. ſtauration auf der elegant eingerichte

Prag(29. Mai). Waſſer, tenFärberinſel benüzte.Es war als nichts als Waſſer! Und wir leben im ſob die Menſchheit auf der Wanderung Lenz, im Wonnemond! Die Moldau nach dieſem beliebten Spazierplaze hat einen bedeutenden Zufluß bekom- wäre. Ein aus 45 Perſonen beſtehen⸗ men und in den Niederungen der Stadt[des Orcheſter à la Strauß, unter der iſt das Waſſer aus den Kanälen getre- Direktion des Hrn. Kapellmeiſters Tittl, ten, das vielen Schaden verurſachte welches die neueſten Kompoſitionen von und ſogar das Leben von ſieben Ber- Strauß, Lanner, Lebitzky, Meierbeer ſonen raubte. Zu dieſen gehört der(Hugenotten) ſpielte, unterhielt Holzverſilberer Hr. Voigtl, der in den recht angenehm die Gäſte, die nicht Wellen der Moldau ſein Grab fand. genug Keller und Küche lobten. Das Die Gaſtwirthe der öffentlichen Gärten Entree, 5kr. C. M., iſt billig. Morgen und Spazterpläze haben natürlich bei veranſtaltet daſelbſt der edle Armenva dieſen regneriſchen Tagen fortwäh- ter, Hr. Ott von Ottenkron, in dem rend Feier abend. Die Waſſerkuren, neuerbauten Prachtſaal einen glänzen die jezt ſo ſehr en vogue ſind, halten den Ball zum Beſten eines zu errichten ſich troz Wetter und Wind. Geſtern den Dienſtboten-Premiumfondes. Das war der erſte heitere freundliche Tag, Entrée iſt, ohne der Wohlthätigkeit