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erſt im„Wilhelm Tell“ auftrat.— Im franzöſiſchen Departement der Gold⸗ küſten hat man bei einem neulichen Sturme, der eine Menge Sand weg— führte, einen unterirdiſchen Wald von einer Viertelſtunde Umfang entdekt. Nach einer alten Erzählung ſtand dort ein Wald, den vor 3- bis 400 Jah- ren das Meer überfluthete.— In Ha⸗ vre ſind auf einem Walfiſchfänger zwei Neuſeeländer angekommen, welche die Neugierde bewog, nach Frankreich mit— zureiſen. B. Konſtantinopel. Der hier erſcheinende Moniteur Ottoman theilt in ſeinem neueſten Literaturblatt Goe— the's lezte Briefe in Auszügen mit. F. Wien. Mit dem Landleben um Wien ſteht es wegen der ſchlechten Wit— terung noch ſehr übel; ſelbſt in Hik— tzing, nächſt dem kaiſerlichen Luſt⸗ ſchloſſe Schönbrunn, das im Sommer das kleine Wien iſt, ſtehen die Woh— nungen noch zum großen Theile unge— miethet. Der Direktor des Theaters an der Wien, welcher in dieſem Orte auf Spekulation zwölf Häuſer erbauen ließ, hat bis jezt erſt drei davon für den Sommer an Mann gebracht.— In Wien ſelbſt ſind, nach ämtlicher Erhebung, im Jahre 1856 über 3000 Wohnungen leer ſtehen geblieben. (Korreſp.) Zürich. Zürich hat am 10. Mai einen Mann verloren, den es früher mit Recht unter die Zierden ſeiner wiſſenſchaftlichen Kämpfer zählte, der aber ſchon ſeit Jahren ſich Geſund— heitshalber zurükgezogen hatte. Es iſt dieſer der Altkanonikus und Profeſſor Heinrich Bremi(geboren 1772); als Humaniſt nicht nur als Philolog dem Worte nach, war er als Präſident des Hilfsvereins für die Griechen, und an manchem Ort auch im Stillen thätig und lebendig, wo man Rath und That bedurfte. Eben ſo als Schriftſteller
und Herausgeber von lateiniſchen und griechiſchen Klaſſikern war er rühm⸗ lichſt bekannt. S. Buntes aus London. Am 18. Mai machte Miſtreß Graham in London eine Luftfahrt in demſelben Ballon, in welchem ſie voriges Jahr mit dem Herzog Karl von Braunſchweig aufſtieg, und ſo bedeutend beſchädigt wurde. Auch diesmal lief die Luftſchif— ferin einige Gefahr wegen der Höhe der Häuſer, an welchen der Ballon beinahe hängen geblieben wäre.— Ein junger Edelmann hatte kürzlich die Summe von 3500 Pfd. St., die er zum Ankauf eines Offiziergrades entlehnt, bis auf 35 Pfd. Sterl. in einem Spielhauſe ver⸗ loren, als plözlich das Glük ihm ſo günſtig wurde, daß er das Geld wie— der erhielt, und noch 6000 Pfd. St. dazu gewann.— Unter den, Bildern auf der hieſigen Ausſtellung zeichnet ſich beſonders ein großes von Landſeer, eine„Rükkehr von der Falkenjagd““, aus, auf welchem der Maler die ganze Familie des Lords Egerton, in dem Koſtüm des Mittelalters, abgebildet hat. Sowohl die Figuren, als die Pferde und Hunde, ſind vortrefflich gemalt. Ein zweites Bild von Land⸗ ſeer,„die Hochlande“, ſtellt einen Haufen Hochländer dar, der, von der Jagd zurrükkommend, mit einem Sak— pfeifer voraus, über eine Brüke zieht, Außerdem hat Landſeer noch zwei Fal— ken, zwei Wachtelhunde, der Lady Scott Douglas gehörig, andere Wach— telhunde, Eigenthum des Lords Albe— marle u. ſ. w. geliefert. Von Etty findet man„die Sirenen“, von Cha- lon„Simſon und Delila“, von Cal⸗ cott„Raphael und die Fornarina“, von Eaſtlake„eine Szene aus dem grie⸗ chiſchen Kriege“, von Hart„Sir Tho— mas Moore“ und ein Bild des„Ali Mohammed Bey“, von Macliſe„böh⸗ miſche Zigeunerinen“, von Chatfield


