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ſollen und haben wollen. Alle pflegten bis jezt ihre Hoffnung auf den Süden zu ſezen, weil unſere norddeutſchen Verleger gar zu bedenklich ſind, auch es gar nicht räthlich ſcheint, gewiſſe Produkte zu verlegen, weil ſie Nie— mand lieſt. Der Firniß des Styls zieht nur wenige Liebhaber an, die ge— meinhin kein Vuch kaufen; außerdem haben aber dieſe Herren nichts Anzie— hendes für ein Publikum, das ſelber räſonniren zu können meint und ſich beim Leſen unterhalten will. S München. In einigen Bürger⸗ meiſtereien des Arensberger Regierungs- bezirks haben die Gaſt- und Schenk— wirthe den Entſchluß gefaßt, mit Auf⸗ opferung des eigenen Intereſſe's darauf hinzuwirken, die unglüklichen Folgen des übermäßigen Vranntweingenuſſes abzuwenden. Sie haben zur Erreichung dieſes Zwekes die Uebereinkunft getrof— fen, Niemanden Branntwein zu ver— kaufen oder zu verabreichen(ſei es in Gläſern oder Maaßen, zum Genuß auf der Stelle oder im Ausverkauf), wel⸗ cher ſich übermäßigem Branntweintrin— ken ergeben hat, und auch einen ſol—⸗ chen Trunkenbold u. Müßiggänger in ihren Häuſern nicht zu dulden. Dieſe
Ausſchließ ung trifft alle Diejenigen,
welche den Gaſt- und Schankwirthen durch ein, aus dem Bürgermeiſter, dem Ortspfarrer und Gemeindevorſteher be— ſtehendes Sittengericht, als zu dieſer Kategorie gehörend, namhaft gemacht worden ſind. Die Kontravenienten trifft eine Konventionalſtrafe von 1 bis 5 Thalern, welche von dem Bürgermei— ſter nach feſtgeſtelltem Thatbeſtande feſtgeſezt und der Armenkaſſe zugeſpro— chen wird. K. Löwen. Am 16. Mai iſt an der Eiſenbahn, außerhalb des Thores von Tirlemont, daß Mauerwerk des im Bau begriffenen Souterräns einge— ſtürzt, und ſoll mehrere Arbeiter er—
ſchlagen haben. Zwei Indlolduen, die beſchuldigt worden, Steine auf und zwiſchen die Schienen gelegt zu ha⸗ ben, wurden verhaftet. 9
löſung des hier garniſonirenden In— ſanterie-Regiments Don Miguel durch das Regiment Erzherzog Karl ſagten die wizigen Wiener: die Migueliſten ſeien diesmal durch die Karliſten ver— drängt worden. f 8. Buntes aus Paris. Unter
Philippe, Roi des Frangais,“ er- ſcheint hier heftweiſe ein Werk, welches viele intereſſante Züge aus dem Leben Lu dwig Philipps enthält.— Man hat als einen ſonderbaren Zufall bemerkt, daß die künftige Königin der Franzo— ſen an dem Tage(24. Mai) den franz. Boden betritt, an welchem die künfti— ge Königin von England(Prinzeſſin Victoria, geboren den 24. Mai 1819) majorenn wird, und daß die Prinzeſſin Helena ebenfalls an einem 24. geboren iſt(24. Januar 1814).— Zu Beau⸗ pray ſind zwei Arbeiter, welche, wie früher Düfavel, bei einem Bau ver—
angſt, am 17. Mai befreit worden. Einer von ihnen hatte während dieſer Zeit gar keine Nahrung genommen.— Der Nachricht von der Eröffnung eines deutſchen Theaters im Saale Venta⸗ dour wird jezt widerſprochen.— Ein Hoſpitalverwalter in Cambrai hat ei— nes der ſchönſten Gemälde von Van Dyk auf Kupfer aufgefunden, die Dor— nenkrönung nämlich, welche Wattelet in ſeinem Malerlexikon, Bd. IV., Sei⸗ te 382 anfführt. Es ſcheint älter, als das Gemälde über denſelben Gegenſtand, welches Van Dyk für eine Kapelle in Antwerpen ausführte, und das ſich jezt zu Sansſouci befindet.— Der berühm⸗ te Tenoriſt Nourrit gibt gegenwärtig
Vorſtellungen in Marſeille, wo er zu⸗
dem Titel:„Vie anecdotique de Louis
ſchüttet waren, nach 6-tägiger Todes-
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Wien. Bei der neulichen Ab⸗


