Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
352
 
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Ophelia, von Middleton ein Por⸗ trät des amerikaniſchen Schauſpielers Herrn Fooreſt, als Macbeth u. ſ. w. Von der talentvollen Miß Par doe, der wir die geiſtreichen Traits and tra- ditions of Portugal verdanken, wird binnen Kurzem ein wichtiges Werk, the city of the Sultan and domestic manners of the Turks(2 Bände 8., mit vielen Kupfern) erſcheinen. Da die Verfaſſerin zu dem Pallaſte des Sultans Zutritt erhielt, zu einer Zeit, wo dieſer für jeden Franken, ausge- nommen für ihren Vater und ſie ſelbſt verſchloſſen war, ſo läßt ſich von ih ren Mittheilungen wohl Intereſſantes erwarten. M.

. Lokal⸗Zeitung.

Vereind⸗Konzert. Der peſther und Ofner Muſik⸗Verein gab am 28. Mai eine große muſikaliſche Akademie im Redou tenſaale, die zahlreich beſucht wurde und die, ſowohl in Hinſicht der Auswahl der Piecen als auch der Ausführung derſelben, die hoͤch ſte Befriedigung erregte. Der erſte Saz aus Beethovens Sinfonie, ein Chor:die Mee reöſtille v. Beethoven u. ein Schlußchor aus Haydn's Jahreszeiten wurden von den Mit gliedern des Vereins mit großer Präziſion und beſeelender Wärme vorgetragen. Fräulein Nina Baldiri, Schülerin des rühmlich be kannten Hrn. Kapellmeiſters Erkel, ließ ſich in einem ſchönen Konzerte von Kalkbrenner auf dem Piano hören und entfaltete ein er freuliches Talent und eine ſchon weit vorge ſchrittene Fertigkeit. Die junge und anmu thige Pianiſtin erhielt lebhaften Beifall. Unſer trefflicher Servaczinsky ließ ſich zur Freude aller Muſikfreunde wieder einmal of fentlich hören. Er ſpielte ein großes Violin⸗ konzert im F-moll von Guhr:Le souvenir de Paganini mit vollendeter Meiſterſchaſt und riß Alles zum begeiſternden Applauſe hin. Er ward wiederholt gerufen. Eine Perle des Konzertes war Fräulein Henriette Carl, die die Mozart'ſche große Donna⸗Anna-⸗Arie ſang.

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Die Virtuoſität und die herrlichen Mittel, die dieſer Geſangskünſtlerin zu Gebote ſtehen, find in dieſen Blättern ſchon mehrfach aus- einandergeſezt worden. Es genügt uns nur noch zu ſagen, daß, obwohl die Stimme der gefeierten Sängerin diesmal nicht ganz von einer umflorung frei war, ſie dennoch durch ihren Geſang Alles zum Enthusiasmus ſtimmte und die höchſte Senſation erregte. Der Bei fall wollte gar nicht enden und ſie wurde mehreremal ſtürmiſch gerufen. Hag.

Erinnerungsball. Wir erln⸗ nern, daß Morgen, den 4. Juni, derEr innerungsball in den Redoutenſälen ſtattfin det. Der geneigte Leſer wird ſich aus frühern Anzeigen erinnern, was er dabei Ange nehmes zu erwarten hat, u. wir ſind erin nert worden, daß er an Frequenz u. Glanz alle Erwartungen überbieten wird. So kom me liebes Publikum überzeuge dich. 5

Rappo. Die Vorſtellungen dieſes be rühmten Atlethen werden in dem freundli chen Churfürſtenſaale fortgeſezt. Während der Marktzeit ſteigt täglich der Beſuch. Rappo, Motty und der kleine Rappo erregen das Staunen aller Fremden, die hier ein Paar Stunden vergnügt zubringen und gewiß ſich freuen, in ihrer Heimath von dem Unglaub lichen erzählen zu konnen, das ihnen hier ſo wundervoll vor Augen geführt wurde. Er wähnen müſſen wir noch, daß das ſehr gute Orcheſter, unter der Leitung des vortheilhaft bekannten Hrn. Muſikdirektors Grünfeld ſteht.

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Heute großes Konzert der Fr. Carl

im Redoutenſaale.

Modenbil d. Nr. 22.

(Paris, 20. Mai). 1. Blondebonnet. Kleid von einem Stoffe, Cbinne-Stello genannt. 2. Reisſtrohhut à la Pamela. Man- telet mit mechaniſchen Spizen.(Da die Man telets ſich immer mehr in der Modenwelt ver breiten, ſo zeigen wir unſern geehrten Leſe rinen an, daß Hr. Anton Ros manith (Rathhausplaz Nr. 62) alle Arten Mante⸗ lets nach den neueſten und geſchmatvollſten Pariſer Schnitten zur Auswahl vorräthig hat.)

Halbjähriger Preis 4 fl., mit freler Poſtzuſendung 5 fl. Auf Velinpapier mit erſten Kupferabdrilken 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M. Man pränumerirt im Kommtſſionsamt zu Ofen(Feſtung, außerhalb des Waſſerthors), in C. Millers u. F. Tomalas Kunſthandlungen zu Peſth und bei alen k. k. Poſtämtern.

Herausgeber und Verleger Franz Wleſen.