3
ſtunig“, worin Hr. Deſſoir den wahn⸗ ſinnigen Lord mit ſolch ergreifender Wahrheit ſpielte, daß er ſich den rau— ſchendſten Beifall erwarb. Hr. Berg (Doktor) und Mad. Grill(Lady) un⸗ terſtüzten ihn waker.— In dem Luſt— ſpiel:„der Verräther“ ſpielten Mad. Grill, Hr. Berg und Hr. Treumann recht brav und im Einklange.— In den„humoriſtiſchen Studien“ war Hr. Deſſoir wieder eminent, die H. H. Lang und Pauli ſehr gut. Hag. Ofen.(Arena.)„Die Regi⸗ mentskaſſe“ iſt das zweite Stük, das unſer Tagstheater brachte. Es füllte am 28. v. M. uuermeßlich alle Räume der Arena, und es gab noch Hunderte von Menſchen, die keinen Plaz mehr fanden und zurükkehren mußten. Der Himmel ſcheint dieſem Unternehmen beſonders günſtig zu ſein; denn ſeit— dem wir ein Tagstheater haben, lächelt der holde Mai.„Die Regimentskaſſe“ brachte übrigens nicht den Effekt des erſten Räuberſtükes hervor; den Ar— rangements fehlte die gehörige Präzi— ſion. Indeſſen erhielt Hr. Macho das Publikum ſtets in heiterer Laune.— Schillers(2)„Räuber“ gingen dann über das Erdreich der Arena und er— freuten ſich ungemeinen Veifalles. Evo— lutionen, Märſche, Gefechte, Gruppi— rungen de. waren ſehr gelungen und das Spiel der H. H. Thoméè und Juſt (als Carl und Franz) durchaus lo— benswerth. P. London. Cimaroſas Matrimo- monio segreto, das in Paris, bei der leiten Aufführung, kalt ließ, hat bier furore gemacht. Die Griſt, die Aſ— ſandri und die Albertazzi ſangen die Damen-, und Rubini, Tamburini und Lablache die Männerrollen. Die Paſta
war bei der Vorſtellung gegenwärtig und ſoll ſehr wohl ausſehen. Sie iſt mit ihrem Manne und ihrer Tochter gekommen, welche leztere ſich kürzlich verheirathet hat. M.
teuer“, einer Poſſe,
Mignon⸗Zeitung.
Jeuilleton aus Wien. (Zehnte Lieferung). Da ſiz ich nun an meinem Schreibtiſch und ſoll Ihnen eine Fracht Neuigkeiten ſenden! — Wien iſt groß, das wiſſen wir Veide, aber Neues geſchieht wenig unter der Sonne, hier, wie in der Welt überhaupt. Ich nehme ſo eben einige deutſche Zeitſchriften iu die Hand und — ſehen Sie einmal, werther Herr Redakteur! ach! wie ſich's die leicht machen! da hoffen Sie wohl Neuigkei— ten?— wie man's will; ich aber be— merke, daß man Ihren Notizen aus Wien(im Spiegel) die Ehre erweiſet ſie theilweiſe im Auslande nachzudru— ken, dagegen Sie, als Redakteur, wie ich, als Feuilletoniſt, wohl nichts habe. Und nun zur Sache; ich will in mei⸗ nem Portefeuille nach den jüngſten No— tizen bliken!— Die Matadore aller Affen, die Engländer Lawrence und Redisha ſind da und zeigen ihre Kunſt— ſtüke in Neſtroys für ſie geſchriebenem Gelegenheitsſtüke:„Moppels Aben— die ſo iſt, daß ich mich darüber nicht in Worten aus— drüken kann. Hr. Neſtroy iſt führwahr ein befähigter Lokaldichter, aber die Art und Weiſe wie er gegenwärtig ſchon mehrere Male hintereinander auftritt, iſt eine undankbare, wenn man bedenkt, daß es das Wiener-Vub— likum allein war, welches Hrn. Neſtroy hob. Was die Leiſtungen der beiden jungen Engländer betrifft, ſo iſt nicht zu läugnen, daß alles früher in dieſer Art Gezeigte durch ihre Produktionen überboten wird.— Ein paar nord- deutſche Blätter melden folgende Anek— dote, die ſich in Wien zugetragen ha— ben ſoll:„Ein Bauer kam jüngſt in die Hoftheaterkanzelei und verlangte, den Regierungsrath Deinhardſtein zu ſprechen. Er wurde vorgelaſſen und


