Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
347
 
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ſchrieben:A Mme. Vernon, rue des Beaux-Arts, Nro. 8d und lautete, wie folgt:

Theure Marie!

Heute war dein Carl glüklich! Er hat wieder gewonnen, was er frůͤ⸗ ber durch ſeine unglükliche Leidenſchaft verlor. Du ſollſt nicht mehr darben. Wir haben jezt genug, um uns und unſer Kind ehrlich durchzubringen. Ich werde nicht mehr ſpielen und dir keinen Kummer mehr verurſachen, ſondern reuig zu meiner Kunſt zurükkehren. Dies Brieſchen ſoll dich von unſerm Glüke benachrichtigen, dieweil ich noch bei der nächſten Modiſtin Einiges für dich einkaufe. Ich will dich wieder einmal recht fröhlich und luſtig und gepuzt ſehen. Bald wird dich umarmen dein glüklicher Seele

Die Ruinen von Karthago.

Der Oxford Herald enthält ein Schreiben von einem Offizier des Van⸗ guard, worin es heißt:Ich befand mich kürzlich in Tunis und beſuchte die intereſſanten Ruinen von Karthago, wo ich einige Skizzen zeichnete. Sir Th. Reid, der engliſche Konſul, hat angefangen, an dieſen Ruinen Ausgra bungen zu machen, und iſt bis jezt ziemlich glüklich geweſen, indem er eine Anzahl ſchöner korinthiſcher Säulen entdekte, die muthmaßlicher Weiſe zu dem Tempel Jupiters gehörten; die Schäfte waren ganz glatt, aber die Kapitäle ſehr ſchön gearbeitet, und ſo gut erhalten, als ob ſie eben erſt vollendet worden wären. Auch fand er einen koloſſalen Jupiterkopf, ſo wie eine kleine Hand der Ceres, die ein Füllhorn hält. Seine Münzſammlung iſt, wie ich vernom

men habe, ſehr ſchön, und muß von Werth ſein, da einige Münzen über 2000 Jahre alt ſind.

U

Ansichten. Theater.

Peſt h. Die Gymnaſtik agirt flei ßig während der Marktzeit auf unſerer

Hände in Unſchuld und ſagen, die Sa⸗ che iſt groß, aber nicht unerhört ſeit dem es unverbrennbare Spanier gibt. Auch antike Stellungen und Kraftpro

Bühne. Das große gemiſchte Publi kum findet hier Abwechſelung u. Ma⸗ nigfaltigkeit für ſeine Schauluſt. Sig⸗ nora Romanini, la Sylphide aérienne genannt, zeigt auf dem Kupferdrahte viele Grazie. Die anmuthigen Atü⸗ tuden mit dem ſpaniſchen Mantel ſind beſonders maleriſch. Der ruſſiſche Feuerkönig, Hr. Paul Schwarzenberg lebt ganz gemächlich in dem Feuer⸗ Elemente u. wäſcht ſeine Hände in ge ſchmolzenem Vlei; wir waſchen unſere

ben zeigt der Feuerkönig, hat aber hierin nach Rappo einen ſchweren Stand. Ganz ausgezeichnet aber ſind 921 in ſeinem Gefolge ſich befindlichen Franz Schöpfer und Karl Koppal, als chineſiſche Gaukler und Mamok-Af⸗ fen. Dieſe neue Ku nſt hat es wirk- lich erſtaunlich weit gebracht. In deſſen gehen dieſen gymnaſtiſchen Pro duktionen ſtets Vorſpiele voran, die auch dramatiſche Genüſſe gewähren. So

ſahen wir am 29. Mai:Sie iſt wahn⸗