Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
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Eiſenbahnen der Alten.

Man hat allen Grund zu glauben, daß die alten Aegypter, welche meh⸗ rere Künſte kannten, die jezt völlig verloren ſind, auch wit dem Hauptgrund⸗ ſaze der Eiſenbahn nicht unbekannt waren, ob ſie denſelben gleich in Einzeln⸗ heiten nicht gerade ſo anwendeten wie wir. Ein bloßer Blik nuf die Schilde⸗ rung Herodots von der ebenen Straße, welche ſie baueten, um durch Maſchi⸗ nerie Steinblöke aus entfernten Brüchen zu den Pyramiden zu bringen, als ſie dieſe rieſenhaften Bauwerke errichteten, beweiſt ihre vertraute Bekannt⸗ ſchaft mit dem mechaniſchen Grundſaz. Ein neuerer Reiſender ſagt:Es gibt auf einem anſehnlichen Theile des Weges von Coſſeir nach Alt-Theben voll kommen deutliche Spuren davon, daß das Prinzip der Eiſenbahnen von den al ten egyptiſchen Baumeiſtern angewendet worden iſt. Andere Reiſende, die nicht an dieſen Umſtand dachten, ſprachen ihre Ueberraſchung über die offenbar durch Kunſt her vorgebrachte völlig ebene Fläche der Straße aus. 5

Herr Thoméè gab den Percival mit

Th e ater. Feuer u. überſtrömender Leidenſchaft; nur ließ er ſich manchmal von dem Reiz

Ofen. Zur Benefize der Dem. der Diktion zu ſehr hinreißen, als Müller kam am 20. d. M. Halms treff- daß er nicht an übermäßige Flagranz liches dramatiſches Gedicht:Griſel-(ſtreifen ſollte. Es hätte lie und da dis zur Aufführung. Die geſchäzte mehr hervorleuchten ſollen, daß die Benefiziantin, die durch dieſe Wahl Strenge gegen ſeine Gattin nur er⸗ einen geläuterten Geſchmak beurkun- künſtelt ſei. Hr. Nötzl war als Ce⸗ dete, gab die Titelrolle. Die Auffaſ- drie ſehr ergreifend und ungemein ge ſung athmete Gemüth und Zartheit. müthlich; eine ſchärfere Markirung des Die unbegränzte, bis zur Abgötterei Greiſenalters wäre noch zu wünſchen ge getriebene Gattenliebe, die alle andern weſen: er war im Ganzen zu jugendlich. innern Bewegungen verſchlingt, alle an⸗ Die Rolle der Königin hätte viel

dern Gefühle gewaltſam unterdrükt, wußte ſie mit ſo vieler Innigkeit aus⸗ zudrüken, mit ſolchem ſanften Kolorit auszuſchmüken, daß die Unnatürlich⸗ keit der Sache, die Opferung geheiligter Empfindungen einer andern, eine ent- ſchuldigende Beſchönigung erhielt. ES war ein Bild weiblicher Duldung und Ergebenheit, und neben der Liebe zum Gatten, als Höchſtes, traten auch Mut ter⸗ und kindliche Liebe, in ſchön und lebendig gezeichneten Zügen, eklatant hervor. Sie erhielt großen Beifall und ward mehrere Mal gerufen.

gewonnen, wäre ſie geeigneteren Hän⸗

den anvertraut geweſen. Unſere ge ſchäzte Dem. Zettler d. ä. wäre hier gewiß auf ihrem Plaze geweſen. Doch machen wir hier einen Abſchnitt und gehen wir über zur

ir

die Dienſtag, den 25. Mak, eröffnet worden. Die Macht der Gewohnheit, die Anhänglichkeit an dem Altherkömm lichen, authoriſirte Traditionen käm pfen mächtig gegen dieſe Art Schau ſpiele im Freien an; abet es läßt ſich

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