Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
328
 
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ſchreltet kühn vorwärts, unter Scherz und Spiel. Er fand gleich bei ſeinem Er⸗ ſcheinen lebhafte Theilnahme, die er auch ſtets als Heros ſeiner Branche zu erhalten und zu ſteigern wiſſen wird. Hermann. Paris. In dem Hoſpital der Unheilbaren in Paris ſtarb vor eini⸗ gen Tagen eine zweihundert Jahre(2) alte Frau, die noch ohne Brille leſen und ſtriken konnte und alle Tage ein Paar Stunden ſpaziren ging. Ihre Leiche wurde ausgeſtellt und das Ge dränge an der Thüre, ſie zu ſehen, war ſo groß, daß man ſich um den Ein⸗ tritt wirklich ſchlug. B. New⸗ Mork. Ein ſehr geſuch⸗ ter Artikel in Amerika ſind gegenwär tig hübſche Mädchen. An der weſtli⸗ chen Grenze der Vereinigten Staaten ſteht die männliche Vevölkerung in gar keinem Verhältniß zur weiblichen. Da bei haben Tauſende von eheloſen Män⸗ nern eine wirkliche Sucht zu heirathen und greifen eben ſo gierig nach 50-jäh⸗ rigen Wittwen wie nach 12= bis 15jährigen Mädchen. Veſonders drü⸗ kend laſtet dieſer Mangel an Frauen⸗ zimmern auf den Arbeitern in den Bergwerken, die ſich ſo elend fühlen, daß Einer ſogar zwanzig Meilen weit

reiſte, bloß um das Kleid einer Frau

zu ſehen, welche daſelbſt wohnte. Der⸗ ſelbe Mangel an Mädchen herrſcht in den meiſten neuern Staaten, während ſie in Neuengland vor zu großer Men⸗ ge von Eicheln leben müſſen. Iſt denn kein Spekulant mehr in der Welt.

London. In einem engliſchen Provinzialblatte ſtand vor Kurzem: Geſucht wird ein Burſche vor guter Erziehung und von angeſehe⸗

* nen Eltern, der den Laden auf⸗ und zuzumachen, Feuer anzuzünden, Schuhe, Meſſer und Gabeln zu puzen und die nöihigen Wege zu ebe n

Lokal⸗Zeitung.

Rappo. Der Saalzu den ſieben Churfürſten iſt gegenwärtig zu einem nied- lichen Theater umgeſtaltet. Wir finden hier Gallerie, Parterre, Sperrſize und eine recht artige Schaubühne mit effektvollen, brillant gemalten Dekorationen, Kouliſſen, Soffitten de. und auf dieſer Bühne gibt einige Male in der Woche der berühmte Atleth Rappo, im Vereine mit ſeinem achtjährigen Sohne und dem gymnaſtiſchen Künſtler Motty aus London, ſehr intereſſante Vorſtellungen, die hier noch großere Wirkung und Senſatlon, als auf dem großen Theater hervorbringen. Die kleinen Stüke insbeſondere können we⸗ gen deren großen Subtilität nur hier genau ins Auge gefaßt werden und erregen erſt jezt das höchſte Staunen des Publikums. Auch die Kraftſtüke erſcheinen hier in ihrer vollen unermeßlichkeit und man kann bier nun zu der vollkommenen Ueberzeugung gelangen, daß keine Täuſchung obwalte und daß das Unglaubliche Wahrheit ſei. Auch Motty und der kleine Rappo erſchelnen in dieſem anmu⸗ thigen Lokale kompleter und anziehender und o iſt der Beifall, den dieſe außerordentlichen Produktionen erhalten, täglich geſteigerter, ſo wie auch die Theilnahme immer wächſt. Bei dieſer Gelegenheit müſſen wir bemerken, daß die Kraft und die) Geſchiklichteit Rappos auch von praktiſchem Nuzen iſt, wie ſich die⸗ ſes erſt neulich bei dem ſchreklichen Wolken⸗ bruch zu Ofen(am Pfingſtmontage) auf's Schönſte bewährte. Es gelang nämlich der eiſernen Kraft des Hrn. Rappo mehrere Men- ſchen aus den Fluthen zu retten, die ohne ihn unerrettbar verloren geweſen wären. Preis daher ſeiner Kraft u. deren Ruzanwendung!

F.

Der Schmetter⸗ 11.

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Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.