Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
319
 
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Stats de Blois, auf die man ſchon lange ſehr geſpannt war, wird nun bald gegeben werden. Die Direktion hat die Aufmerkſamkeit für den be rühmten Komponiſten, die Aufführung zu beſchleunigen, da er wegen Fami- lienverhältniſſen genöthigt iſt, Paris auf einige Zeit zu verlaſſen.Schu bry heißt ein neues Vaudeville, das nächſtens auf dem Symnaſe gegeben wird. Ein Hr. Nathgeber aus Ber lin hat in dem Theater St. Antoine ein chineſiſches Pas mit Beifall getanzt. Nie hat ein Rührſpiel noch größere Kraft bewieſen, alsUne femme mal im Gaitétheater, welches ſeinen Namen ſo wenig rechtfertigt, da es ſtets nur ſchrekliche Melodramen oder Stüke der weinerlichen Gattung aufzuführen pflegt. Der Cirkus, welcher in den elyſäiſchen Feldern er- baut wird, naht ſeiner Vollendung. Philiſtra und Cambon, die bekannten Dekorationsmaler haben deſſen Aus ſchmükung übernommen. Man ſagt, daß die beſten Mitglieder der Reiter geſellſchaften von Petersburg, Berlin, Wien und dem Haag die neue Truppe bilden werden. Am 14. Mai wird die- ſer Cirkus eröffnet werden, und der auf dem Boulevard dann geſchloſſen. Jezt macht in dem leztern das Spek takelſtükles massacres der St. Do- mingo einiges Aufſehen. B.

heureuse

Mignon⸗Zeitung.

Philadelphia. Ein Grund⸗ beſizer im nordsmerikaniſchen Freiſtaat Nordkarolina bietet in den Zeitungen 200 Dollars Demjenigen, welcher ihm zwei entlaufene Negerſklaven lebendig oder todt wieder bringt; und der Frie densricht er des Bezirks fordert in den nämlichen Blättern jene Sklaven auf, zu ihrem Herrn zurükzukehren, mit der Warnung, daß, wenn ſie betroffen

werden und ſich nicht ergeben wollen, Jedermann das Recht habe, ſie zu tödten!! C. New⸗Mork. Auf dem ruhig fließenden Ohio fährt man jezt in Dampfbooten, die 5 Stokwerke hoch ſind, und auf welchen 3 bis 400 Rei⸗ ſende Plaz finden. Man zahlt für eine Fahrt von 1500 engliſchen(d. i. 350 deutſchen Meilen), bei guter Koſt, Wohnung und Wäſche de. ungefähr 8 Pfund Sterling. 3. Buntes aus Paris. Der be⸗ kannte Schriftſteller H. Heine hatte dieſer Tage in Paris ein Duell zu beſtehen. Die Veranlaſſung ergab ſich in einem Kaffehauſe, wo junge Fran zoſen ſich über die deutſchen Sitten luſtig machten. Heine erwiderte dies durch eine beleidigende Aeußerung, die einen Unſchuldigen traf, und mußte Genugthuung geben. Beide Gegner ſchoßen jedoch, ohne zu treffen, und die Sache wurde gütlich abgemacht. In Paris hat jezt kein Faſhionable ge wöhnliche, mit dem bloßen Namen ver⸗ ſehene Viſitenkartenz der Zeitgeiſt hat auch in dieſen unſcheinbaren Karten eine Veränderung zu höherer Kultur vorgenommen. Man gibt jezt kleine in Aquarell gemalte Bilder, Genre-Sa chen, Seeſtüke oder Landſchaften ab, auf deren andrer Seite ſich der Name des Abgebenden befindet. Der Zeitgeiſt will, daß man für ein Duzend ſolcher Viſitenkarten etwa 40 Thaler bezahle. Die hieſigen Spiel häuſer führen im Durchſchnitt jährlich 2600 Perſonen den Gefängniſſen, Galeeren und der Gui lotine zu und veranlaſſen gegen 230 Selbſtmorde, bringen aber dafür der Staatskaſſe 6 Mill. 500,000 Franks Pacht ein. B. London. Von hier iſt dieſer Tage wieder ein Schiff mit 200 Aus- wanderern nach Amerika abgegangen; mehrere andere große Fahrzeuge ſollen folgen. M.