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Laſten auk dem Kopfe zu tragen, hat den guten Einfluß, daß dle Bruſt ſich bedeutend wölbt, die Haltung an Geradheit und alle Körperbewegungen an Freiheit gewinnen. Die indiſchen Frauen, obwohl meiſt von hohem Wuchs und ſelten unter Mittelgröße, ſind durchgängig zart gebaut und Hände und Füße nehmen ſich aus, als wären ſie dem Meißel eines griechiſchen Bildhauers entſprungen. Die Schönheit der Züge iſt nicht minder allgemein als die, Schön— heit des Wuchſes; beſonders iſt es das dunkle, blizende Gazellenauge, das ſchöne Monopol aller orientaliſchen Frauen, was einen unbeſchreiblichen Ein— druk macht. Ihr Teint zeigt viele Ab ſchatt ungen, von der klaren Olive der Süditalienerinen bis zu der dunkelſten Bronzefarbe. Im ſüdlichen Hindoſtan begegnet man ſogar zuweilen einem blaſſen Schwarz. Die indiſchen Damen pflegen ihre natürliche Schönheit noch durch Kunſt zu erhöhen. wobei ſie jedoch häufig viel Geſchmakloſigkeit zeigen, dergeſtalt, daß einige ſogar ihre blendend ſchönen Zähne ſchwarz färben. Rothe Schminke wird ſelten aufgelegt, weil es in Hindoſtan keine natürlichen Roſenwangen gibt. Daß die indiſchen Frauen auf alle mögliche Weiſe ihre Reize zu erhöhen ſuchen, läßt ſich ihnen im Grunde nicht verargen; denn ſie beſizen dieſe Reize nicht lange Zeit. Mit dem 25. Jahre ſchon fängt die Indierin an zu altern, und im 40. Jahre iſt ſie in der Regel eine Hexe an Widerwärtigkeit. Skelettartige Magerkeit oder übertriebener Embonpoint iſt ihr unvermeidliches Loos, ſobald ſie über den Frühling des Lebens hinaus iſt.
Amerikaniſche Kirchen nnd Wirthshäuſer.
Cooper ſagt darüber unter Anderm:„Die höchſten Dächer in einer ame⸗ rikaniſchen Stadt ſind ſtets die ihrer Wirthshäuſer, und die Motaphyſiker mögen ſagen, was ſie wollen, dies iſt wenigſtens unſchiklich. Bei uns handelt es ſich nicht um Gog und Mogog, ſondern um Grog und Nicht- Grog; wir ha— ben entweder eine glatte Ebene von Dächern oder Pyramiden zu Ehren des Branntweins. Wenn es ſich um die Verehrung Gottes handelt, ſo ſcheint jeder eine Nußſchale zu wünſchen, um ſich darin mit ſeinem beſondern Glauben zu verbergen; wenn aber die Frage von Eſſen und Trinken iſt, ſo würde das Zelt Pari Banus für uns nicht groß genug ſein.“
Ansichten. Urtheile. Begebnisse.
Parthie ſchöne Vorzüge einer gebilde⸗ ten und begabten Sängerin.(Mad. Piehl iſt bereits hier engagirt.)— Mad. Pohl⸗Beiſteiner gab den Pagen. Kunſt
Theater. Peſth(19. Mai). Die Oper
„die Ballnacht“ kam am 15. d M; als Benefiz der Mad. Piehl, zur Auf— führung. Die geſchäzte Benefiziantin gab die Gräfin Reiterholm zur lezten Gaſtrolle und bewährte auch in dieſer
im Vortrage der artigen Lieder und Anmuth in den Bewegungen waren auch diesmal nicht zu verkennen; ſonſt aber ſchienen ihre Mittel nicht ganz zu ihrer Dispoſition geweſen zu ſein,
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