Kunst, Eleganz und Mode.
Vebuter Sehe qaucg.
40. 85 Sonnabend, 20. Mai. 1837.
Berühmte Violiniſten.
Corelli.— Geminiani.— Carbonelli.— Tartini.— Veracini.— Nard ini.— Felice Giardink.— Giornowichi.— Viotti.— v. Beriot.— Spohr.— May⸗ ſeder.— Paganini.— Ole-Bull.
(Fortſezung.)
Einige unſerer Liebhaber erinnern ſich wohl noch Giornovichi's. Zu Pa⸗ lermo im Jahre 1745 geboren, brachte er ſein Leben damit zu, Europa zu durchreiſen; er begab ſich zuerſt nach Paris, wo er alle ſeine Rivale verdun— kelte; hierauf wurde er erſter Violiniſt bei der königl. Kapelle in Potsdam, und von da ging er nach Petersburg, wohin ihm ſein großer Ruf vorausgeeilt war. Im Jahre 1792 kam er nach England, wo er innerhalb vier Jahren die verſchiedenen Provinzen und Ireland durchreiſte. Ueberall erntete er Lorbee⸗ ren und Gold; aber ſein Hang zu einem fortwährenden Ortswechſel ließ ihm nicht Zeit, hier ſein Glük zu machen. Als ein wahrer Künſtler kehrte er nach Deutſchland zurük, und ging von da wieder nach Rußland. Er ſtarb im
Jahre 1804 in Petersburg. Sonderbare Beſtimmung dieſer Kinder des Sü⸗ dens, daß ihre Unbeſtändigkeit ſie, treibt, unter dem nordiſchen Eishimmel zu ſterben! Michael Kelly würdigt dieſen berühmten Virtuoſen ziemlich gut, er hatte ihn bei der Rükkehr von ſeiner erſten Reiſe nach Rußland gehört. „Er war,“ ſagte er,„ein nicht mehr junger Mann, aber in der vollen Kraft des Talentes. Seine Manier war hinreißend, ſeine Bogenführung höchſt ge— wandt, und ſein Geſchmak höchſt verführeriſch. Nie hat ein Muſiker meiner Bekanntſchaft ſo herrlich geſpielt. Er beſchloß ſeine Konzerte gewöhnlich mit einem Rondo, dem irgend ein ruſſiſcher Volksgeſang zu Grunde gelegt war, über welchen er Variationen mit hinreißendem Geſchmake vortrug.“— Eine andere Autorität ſagt von ihm:„Troz einer oberflächlichen Erziehung, und ungeachtet er ein Windbeutel war, wie faſt alle Muſiker, ſo ſtellte ihn doch


