Spielſtuben täglich eln kleiner Bei⸗
trag für die Armen gegeben. Die- ſe Sitte, welche jährlich einen gro
ßen Theil der Armenkoſten dekt, wird durch das ein fache Mittel der Behör— den, daß die Geſellſchaft, die nach Ab⸗ lauf des Jahres das Meiſte eingelie— fert, einen Ehrenkranz erhält, ſehr befördert. Dieſer Ehrenkranz wird im Triumph im Geſellſchaftslokale aufge— hängt. P. Buntes aus Paris. Bei ei⸗ ner Jagd in der Nähe von Boulogne für Mer erdrükte ein Bauer einen Eber in ſeinen Armen!— Zwei Fiſcher fan— den vor einigen Tagen in der Seine ein kleines mit Stahlſtäbchen belegtes ho Käſtchen. Das Schloß waer W gut erhalten und die Kiſte luftdicht verſchloſſen. Auf dem Dekel bemerkte man halbverwiſchte Lilien und die Chiffre M. V. mit einer doppelten Königskrone darüber. Die Fiſcher zer— brachen das Käſtchen, fanden aber ſtatt des Goldes und der Diamanten, die ſie erwartet hatten, zu ihrem Entſe⸗ zen einen einbalſamirten und voll kom⸗ men erhaltenen Menſchenkopf. Unten dem Boden lag eine Schärpe, ge⸗ troknete Blumen und ein kleiner Solch mit blutbeflekter Splze. Ein berühm⸗ ter franzöſiſcher Geſchichtsſchreiber kauf— te dieſen Fund u. glaubt, dieſes Käſt— chen habe der Gemahlin Heinrichs IV., Margarethe von Valois, angehört. Dann würde dieſer Kopf jener von Co— conas ſein, den ſie einbalſamirt nach dem tragiſchen Tode dieſer Perſon auf⸗ bewahrte.— Der bekannte Baron Tai— lor hat auf ſeiner Reiſe in Spanten für die franzöſiſche Regierung 500 Ge— mälde der erſten Meiſter für ungefähr 700,000 Franks gekauft.— Das Mu⸗ ſeum in Verſailles, das von Ludwig Philipp angelegt worden iſt, enthält 1110 Portraits, 784 Gemälde und 450 Statuen und VBüſten.— Man findet
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hier die Creolinen, deren mehrere vom Miſſiſſippt nach der Seineſtadt kamen, ſo allerliebſt, daß die Franzöſinen dar⸗ über eiferſüchtig werden. Beſonders verdrießt es die Lezteren, daßz in den an die Creolinen gerichteten Poeſien ſo viel von der natürchen Grazie die Rede iſt, da die Franzöſinen doch glauben, dieſe natürliche Grazie ſehr gut ein⸗ ſtudirt zu haben. B.
Buntes aus London.
Nan
errichtet hier gegenwärtig auf Aktien
einen ungewöhnlich großen Begräbniß⸗ plaz unter dem Namen Necropolis (Todtenſtadt). Lord Nugent, der an der Spize der Geſellſchaft ſteht, iſt bei dem Parlamente um einen Frei⸗ brief eingekommen.— Man bietet jezt in den Londoner Zeitungen transpor— table Häuſer für die Auswanderer nach
Amerika und Auſtralien zum Verkauſe Das größte koſtet 48 Thaler.—
aus. Am 2. Mai fand hier in London die Hinrichtung des Mörders Greenacre Statt. Die Neugierde war ſo groß, daß man ſchon zwei Tage vorher 1 bis 2 Guineen für ein Fenſter am Richt⸗ plaz bot. Als Greenacre wurde er vom Volke mit Geheul em- pfangen; die Hinrichtung ging ſchnell vor ſich, und als der Verbrecher, nach dem engliſchen Kunſtausdruk:„in die
Ewigkeit geſchleudert worden war““,
ertönte Freudengeſchrei. Das Volk drängte ſich hinzu, um ſich an der Lei⸗ che des Gerichteten zu weiden; auch hier bildete das ſchöne Geſchlecht die Mehrzahl, und das Gedränge war ſo fürchterlich, daß man beſorgte, es möch—⸗ ten mehrere Perſonen dabei das Leben verloren haben.— Es iſt doch eine ſchöne Sache um die Ziviliſation! Im engliſchen Parlament kommt es häu⸗ ſig vor, daß ein Redner, zufällig oder abſichtlich dem grade an nden Mi⸗ niſter die gröbſten aue a So wurde z. B. der Herzog von Welling⸗
erſchien,


