Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
297
 
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Kunst, Eleganz und Mode.

Vebuter Heabeg ꝗq.

38. Sonnabend, 15. Mai. 5 1837.

Berühmte Violiniſten. Corelli. Geminiani. Carbonelli. Tartini. Veracini. Nardini. Felice Giardini. Giornowichi. Viotti. v. Beriot. Spohr. May⸗ ſeder. Paganini. Ole- Bull.

(Fortſe zung.. r e t

Kaum hatte ſich das Gerücht verbreitet, Corelli habe die Direktion der Oper in Rom übernommen, als man aus allen Punkten Italiens und aus verſchiedenen Gegenden Europa's herbeiſtrömte, um ihn zu hören. Der Kar⸗ dinal Ottoboni, ſelbſt ein Mann von Talent, war ein Freund des großen Muſikers, welcher den Konzerten, die jener jeden Montag in ſeinem Palaſt gab, vorſtand. Er nannte Corelli denvirtuosissimo di violino, e vero Orfeo di nostro tempo). Der Styl Corellis zeichnete ſich durch Grazie, Weich heit, Natürlichkeit und Einfachheit aus. Blieb auch etwas von dem Effekt zu wünſchen, nach welchem unſere jezigen Virtuoſen ſo gern ſtreben, ſo war dagegen ſeine Accentuation] ausgezeichnet. Die Violine Corelli's erinnerte, nach dem Ausdruke von Geminiani, an die ſanfteren Töne einer Trompete. Noch viele Jahre nach dem Tode ihres Meiſters ſpielten auf ſeinem Grabe deſſen Schüler jährlich eine ſeiner Kompoſitionen, ein rührendes Ständchen, und um ſo ſchmeichelhafter, als hier keine Schmeichelei zu ſuchen war.

Francisco Geminiani, von dem wir ſo eben ſprachen, wurde im Jahre 1680 zu Lucca geboren. Er lernte die Anfangsgründe der Muſik bei Scar⸗ latti, und ergänzte ſodann ſeine Studien unter der Leitung Corelli's. Der Ruf, den er ſich in Nom erworben, und ſein Titel als erſter Schüler des

) Arcangelo Corelli ſtarb im Jahr 1713. Er wurde im Pantheon neben Naphael beigeſezt. Im Vatikan wurde ihm elne Statue mit der In ſchrift errichtet: Corelli, Princeps Musicorum.