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Mignon⸗Zeitung.
Buntes aus Pariée. Man verſichert, daß die Civilliſte den Auf— trag gab, in Wien Diamanten und Edelſteine für 4 Millionen Franks zu kaufen, welche einen Theil des Schmu— kes für die zukünftige Herzogin von Orleans ausmachen ſollen. In Wien— ſagen hieſige Blätter— ſollen ſich die bedeutendſten Niederlagen der koſtbar— ſten orientaliſchen Edelſteine befinden. Franzöſiſche Bijoutiers ſind beauftragt, dieſe Steine, ſobald ſie in Paris an— kommen, zu faſſen.— Die Pariſer Blätter fahren fort, ihre Leſer von einem Pſeudo-Sobri zu unterhalten. So laſſen ſie nun den Menſchen, der in Perigueux angekommen und für den ungariſchen Räuber gehalten wird, ſich in ein junges Mädchen, von außeror— dentlicher Schönheit, aus der Nachbar— ſchaft des Hotels, in dem er abgeſtie— gen, verlieben. Er ſchrieb der Schönen einen Liebesbrief u. legte eine prächtige Diamantenkette bei. Der Brief ſo wie das koſtbare Geſchenk ward durch einen fremden Bedienten übergeben und man muthmaßt, das Sobri, durch dieſe heftige
Leidenſchaft zurükgehalten, ſeine beabl-⸗
ſichtigte Reiſe(zu der Armee des Don Carlos) aufgeben und ſich auf einem Landhauſe unweit von Perigueux für immer niederlaſſen werde.— Was wür⸗ de wohl der echte Sobri in Ungarn, wenn er anderſt noch am Leben iſt, da— zu ſagen, wenn er dieſe feinen Hiſtör—
chen von ſich erführe?— Der Herzog
von Briſſac in Paris verheirathet ſich mit einer Dem. Clicquot von Rheims, deren Ausſteuer 9 Mill. Frks. betra⸗ gen ſoll.— Die Kopie von Michel
Angelo's jüngſtem Gericht iſt jezt in Paris angekommen. Die Kiſte, in der das Bild verpakt wurde, war 45 Fuß lang.— Die Pariſer ſtrömen jezt hau— fenweiſe hinaus, um die Fortſchritte der Eiſenbahn nach St. Germain zu ſehen. Ein ſchöner Dampfwagen,„la Seine“, zieht 15 mit Erde beladene Wagen hinter ſich her. B.
Brüſſel. Zu den ſchlauen Er⸗ findungen, durch welche die Schmuggler an der belgiſchen Grenze ſich auszeich— nen, gehört auch die Liſt, die ein alter Soldat vor Kurzem anwendete. Er hatte im Felde ein Bein verloren, ließ ſich ein künſtliches machen, das inwendig hohl war, und verſtekte darin Spizen im Werth von 150 Frks. Zum Unglük erkannten die Mauthner den Be— trug, unterſuchten das Bein, und leer— ten es aus. e
London. Die lezte Londoner Hof— zeitung enthält die Anzeige von nicht weniger als 26 Fallimenten, unter de— nen man auch das der berühmten Tän— zerin Veſtris findet.— In Pa⸗ rie wurden im März 59 Fallimente erklärt. M.
New⸗ York. In Amerika ge⸗ langen die Damen zu immer größerem Anſehen; vor Kurzem ſind vier junge Damen zu Magiſtern der Weltweisheit ernannt worden. In Boſton hat ſich ſogar eine Geſellſchaſt von Frauen ge— bildet, die unter der Anführung eines frommen Geiſtlichen und deſſen Frau einen Zug durch die berühmteſten Städte Europa's und des Morgenlandes ma⸗ chen wollen. Vielleicht geht von den Damen Amerika's noch einmal ein neuer Kreuzzug aus. S.
Halbjährlger Preis 4 fl., mit freler Poſtzuſendung 5 fl. Auf Velinpapler mit erſten Kupferabdrilken 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M.— Man pränumertrt im Kommtſſionsamt zu Ofen(Feſtung, autzerhalb des Waſſerthors), in C. Millers u. F. Tomalas Kunſthandlungen zu Peſth und bei allen k. k. Poſtämtern.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.
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