Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
292
 
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Entzüken eines eleganten und vergnügungsſüchtigen Hofes. Die Violine, welche mit der Nichtachtung der Minneſänger ihren Kredit verloren hatte, trat wieder in ihre Rechte ein, und wurde das Modeinſtrument. Man be freite ſie von zwei Saiten und von den Guitarreſtegen, und ſie erhielt faſt ganz die gegenwärtige Form, deren lezter Bau Tartini angehört.

Erſt am Anfang des achtzehnten Jahrhunderts entſchloſſen ſich die italie niſchen Virtuoſen die Bahn zu brechen. Das politiſche und kommerzielle Ueber gewicht der Engländer ſtand ſchon ſehr feſt, aber man hatte noch kein Ver trauen auf ihren Geſchmak und ihre Neigung für die Künſte. Seit dieſer Zeit konnte Europa bemerken, daß wenn auch den Engländern der muſikali ſche Sinn fehle, ſie doch nie der Muſik ihren kräftigen Schuz verweigern. Ausgezeichnete Künſtler, mittelmäßige Sänger, kosmopolitiſche! Muſiker ſind immer ſicher, bei jener Nation, wenn auch nicht großen Ruhm, doch Gunſt und Geld zu erweeben. Italien liefert Künſtler; Frankreich verſchafft ihnen ihren Ruf und England bereichert ſie. John Bull mag ſich mit dem ihm zu kommenden Theil zufrieden ſtellen: er iſt der Schazmeiſter der ſchönen Künſte. Dieſer Titel gibt freilich nur eine ſchwache Vefugniß zur Kritik; doch ſei es wenigſtens vergönnt, die Biographie einiger großen Meiſter einem engliſchen Schriftſteller zu entnehmen, um die Erinnerung an Einige derſelben wieder im Gedächtniſſe aufzufriſchen.

Der berühmte Corelli, geboren im Jahre 1655 zu Fuſignano, iſt der erſte Violinſpieler nach der Schule. Er beſuchte im Jahre 1672 Paris, reiſte hierauf in Deutſchland, wo ihn der Herzog von Valern einige Zeit in ſei⸗ nem Dienſte behielt, und ſezte ſich ſodann nach einer zweijährigen Abweſen heit in Nom feſt. Damals komponirte er ſeine Sonaten und ſeine baletti di camera, wodurch er ſeinen Ruf als Komponiſt gründete.

Man muß zum Ruhme dieſer Jahrhunderte, die ſich kaum von der Bar⸗ barei des Mittelalters losgemacht hatten, und in welchen alle Unruben bür gerlicher Kriege ſtattfanden, bemerken, daß man nie einen größern Enthuſlas mus für Fortſchritte aller Art erlebt hatte. Es war weder perſönliche Eitel keit, noch Sinnengenuß, was man zu befriedigen ſuchte; mit brennender Be gier ergriff die Jugend Alles, was nur im Stande war, den Geiſt aus ſei⸗ nem langen Schlummer zu erweken. Die großen Schulen der klaſſiſchen Lite ratur, der Malerei, der Baukunſt und der Muſik, die damals zum erſten Male in Italien eröffnet wurden, waren kaum geräumig genug, alle die Schü ler aufzunehmen, die aus allen Nationen herbeiſtrömten. Die Celebritäten dieſer Schulen erfreuten ſich allgemeiner Anerkennung. Selbſt die Profeſſoren der trokenſten Wiſſenſchaft, z. B. des römiſchen Rechts, hatten Tauſende von Zuhörern, und der große M5 ler hatte ſeineseguaci, die ihn fürſtlich be⸗ lohnten.(DFortſezung folgt.)

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Peſth(7. Mai). Während des terwelt gar heiter u. behaglich, mun⸗ ſchauerlichſten Unwetters am 5, d. M., ter und komfortable her.Wizigun⸗ alsdes Sturmes allgewalt'ges Trei-[gen, oder wie feſſelt man die Gefan⸗

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