Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
281
 
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* Kunst, Eleganz und Mode.

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36. Sonnabend, 6. Mai. 1832.

eigen fi und

(Fortſezung.)

Während dieſer Rede war der Graf von ſeinem Erſtaunen etwas zurük gekommen; da überdies die Poeten das Privilegium haben, mit Geiſtern um zugehen, als ob ſie ihres Gleichen wären, worin ſie ſich aber oft irren, ſo bot er ihm einen Stuhl an, fragte, ob er eine Taſſe Thee bedürfe, und was ſolche höfliche Redensarten mehr ſind. Der Kleine aber antwortete:Sie ſind viel zu artig, es iſt Alles zu viel, laſſen Sie mich nur ausreden, das iſt die Hauptſache. Der Graf ſchwieg und der Kleine fuhr fort:Ich bin der Geiſt der Mährchen. Einſt war ich ein angeſehener Mann, überall willkom men bei Großen und bei Kleinen, es war eine ſchöne Zeit! Nach und nach wurden die Menſchen geſcheidter, oder glaubten es wenigſtens zu ſein; ſie ſchämten ſich meiner und verwieſen mich in die Kinderſtube. Sie glauben nicht, mein Lieber, wie gut es mir dort manchmal ging. Die Ammen und Kinderftauen ſtuzten mich oft recht zierlich zu, ſo daß ich mich ſelbſt über mei ne Schönheit wunderte. Da kam aber einmal Einer, der ſagte:Alle dieſe Sagen tragen nichts ein, ſie hindern nur die Kinder im Rechnen, wir leben im Zeilalter des Verſtandes, hinaus mit den Mährchen! Der Mann, der

das ſagte, war nun eben nicht der Repräſentant des Verſtandes, aber die Au dern gaben ihm Recht. Mein Vetter Phantaſus ward gebunden; Sie haben ſeine wahrhafte, aber klägliche Geſchichte gewiß im Tieck geleſen; ich mußte mich als Straßenbettler forthelfen. Meine Koſt ward täglich ſpärlicher. Grimm und Houwald warfen mir manchmal einen Biſſen zu; ſo nährte ich mich küm- merlich. Ich ſchrumpfte täglich mehr ein. Den vorigen Winter ſtand ich ein ſam auf der Straße; ich war ſchon ſo klein, wie Sie mich jezt ſehen. Die Kälte war groß, ich erſtarrte. Ein Handwerker, der für einen Galanteriehänd

ler arbeitet, fand mich und ſezte mich auf die Zündmaſchine. So ſtand ich bei⸗ *