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Konzerte geben; das erſte findet am 29. April für die Lyoner Seidenweber ſtatt. Die Chöre werden von 40 Da— men und 40 Herren, ſämmtlich vorneh— men Dilettanten, geſungen. B. Leipzig. Ein junges, ſehr hübſches und rechtſchaffenes Mädchen, deſſen verſtorbener Vater ein angeſehener Arzt in Prag geweſen ſein ſoll, hielt ſich ſeit einiger Zeit hier auf, und nahm Muſikuntericht, weil ſie die Ab⸗ ſicht hatte, zum Theater zu gehen. Der Direktor Ringel hardt ſoll ihr auch
die Aufnahme verſprochen, aber gefor⸗
dert haben, daß ſie ſich vorher einer Prüfung ihrer Fähigkeiten unterwerfe. Bor einigen Tagen glaubte ſie, dieſe Prüfung wagen zu können, allein das Neſultat fiel ſo ungünſtig aus, daß ſie zurükgewieſen wurde, und da ſie nun aller Hilfsquellen entblößt war,
öffnete ſie ſich voller Verzweiflung im
Bade die Adern, indem ſie ſie mit ei⸗ ner Nadel aufriß. Der Zufall wollte, daß eben einer unſerer geſchikteſten jungen Chirurgen, ein Dr. Franke, mit ſeinem Famulus im Hauſe war; dieſen holte der erſchrokene Bademei— ſter ſogleich herbei, und es gelang ihm, die Adern der Bedauernswerthen zu unterbinden, ſo daß alle Aus ſicht zu deren Rettung vorhanden iſt. K
Für Damen. Bei der herannahen— den Saiſon, wo die Natur ihre Blumenwerk ·
ſtätte eröffnet, alle unſere Sinne in einen
ſüßen Wonnetaumel verſezt, beklagen wir allein, daß die lieblichen Kinder Florens, gleich nekenden Feen, uns ihre Freuden nur auf kurze Augenblike ſpenden. Da jedoch Blu— men und Federn ein Hauptverſchönerungsmit⸗ tel des weiblichen Geſchlechtes ſind, ſo glaube ich mit Recht auf eine in Wien befindliche Schmukfedern- und Blumenfabrik hinweiſen zu müſſen, welche der Natur ihre Geheimniſſe
mit dem glüklichſten Erfolge abgelauſcht, und die mit ähnlichen vielgeprieſenen Paxiſer Eta⸗ bliſſements ungeſcheut in die Schranken kre⸗ ten tann, während deren Erzeugniſſe noch den ſeltenen Vortheil der Wohlfeilheit für ſich haben. Hier findet man in der reichſten Aud, wahl echte Marabouts, Straußfedern, Koef⸗ füren, echte weiße und ſchwarze Reiherbüſche, Paradiesvogel, dann die anziehendſten Fan. taſieblumen, ganz oder zum Theil von Federn verfertigt.— Eine eben ſo überraſchende Au— genweide gewährt dieſes Attelier als Blumen- fabrit. Die Bouquets, Guiclanden und Zier- blumen bieten durch Schönheit, Zartheit und Eleganz der Arbeit, ſo wie durch ihren ausgezeichneten Farbenſchmelz eine vorzügliche Augenweide, und machen die koſtſpieligen Beſtellungen aus Paris ganz überflüſſig, in. dem die raſtlos thätige Fabrits ⸗Inhaberln Mad. Anna Schilde,(Graben 1133), keine Opfer ſcheut, ihre kunſtfertigen Erzeug⸗ niſſe zur groͤßtmoͤglichſten Vollkommenheit zu ſteigern. Eine würdige Anerkennung ihrer unermüdeten Thätigkeit fand dieſelbe bei der lezten im Jahre 1835 geſchehenen Preis- Ver · theilung, wo dieſelbe in Gegenwart J. J. k. t. Majeſtäten und der hochſten Behörden die für vaterländiſchen Gewerböfleiß beſtimm⸗ te Medaille erhielt. M.
Erklärung. Ich ſinde mich bemüſ⸗ ſigt, zu zertlären, daß die, den Schriftſteller C. W. Koch betreffenden, im„Kometen“ vor Kurzem abgedrukten Angriffe, und die daraus entſprungenen, gegen die Hen. Koch u. J. S. Ebersberg zugleich gerichteten Aus fälle du rch⸗ aus nicht von mir herrühren und ſeze meine moraliſche und literariſche Ehre gegen Jenen ein, der das Gegentheil meiner Erklärung beweiſen kann. Und ſomit wäre es der, gegen mich, aus die ſſe m Wahne erzeug⸗ ten diretten und indiretten Per ſonlich⸗ teiten mehr als genug! Wien, 27. April 1837. 5 Rudolf Hirſch.
Seilage: Der Schmetter⸗
ins: Nr. 9.
Halbſähriger Preis 4 fl., mit freier Poſtzuſendung 5 fl.
7 Auf Bilinpapter mit erſten Kupferabdrüken
5 fl. und poftfrei 6 fl. E. M.— Man pränumerirt im Kommiſſionzamt zu Ofen(Feſtung, auterhald des Waſſerthors), in E, Piiders u. F. Tomalas Kunſthandlungen zu Peſth und bei allen k. k. Poſiämtern.
Herausgeber und Verleger Franz Wleſen.


