Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
279
 
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ten als Angeklagter vor Gericht er ſchien, fehlten bloß die Kläger, einige Polen, die eine bedeutende Geldſumme bei ihm verloren hatten. Sie hätten von dem Gericht den vierten Theil der in Frage ſtehenden Summe erhalten; Crakford hatte ihnen Tags zuvor ein Drittel geſandt, und ſo benachrichtigte nun ein Brief die Jury von der Ab- reiſe der Polen nach Paris. Natürlich ſprach die Jury die Angeklagten frei. Man ſieht, daß der ehemalige arme Fiſcher ſehr gut mit Nezen, Angeln, Ködern und Fangen umzugehen weiß. Der Kunſtſinn erwacht jezt ſogar in Neuholland; ein dortiger Kaufmann beſizt mehrere echte Rembrandts. Den Gemäldebeſizern und Künſtlern eröffnen ſich in dieſem weit entlegenen Lande neue günſtige Ausſichten, indem man dort die Gemälde außerordentlich hoch bezahlt und weil es dort viele reiche Leute gibt, die 40 bis 50,000 Pf. St. jährliche Einkünfte haben. Auch gute Kupferſtiche ſind dort ſehr geſucht. Die Fluth der Auswanderung nach den vereinigten Staaten Amerikas hat die ſes Jahr mit einem größern Ungeſtüm begonnen, als in irgend einem der vorigen Jahre. Mehrere mit auswan dernden Landbauern und Arbeitern je der Art, die ihre Familien mitnehmen, überfüllte Schiffe ſind aus allen Häfen Englands, Schottlands und Irlands nach New⸗York und den beiden Cana da's unter Segel gegangen. Blos aus dem Hafen von Greenock gingen ganz kürzlich 13 mit Auswanderern beladene Schiffe nach New⸗York und Rew⸗Süd⸗ wales ab.. Buntes aus Paris. Zwei Arbeiter in einer Zukerraffinerie in Valenciennes hatten einen Streit mit einander, und der Eine warf den An dern in einen Keſſel mit dikem Zuker⸗ ſafte. Er machte ſich indeß ſchnell wie⸗ der heraus und eilte, vom Kopfe bis

zu den Füßen mit dem Zukerſtoff be⸗ dekt, wie er war, auf die Straße, um bei dem königl. Prokurator zu klagen. Es war gerade ſehr kalt und der Zu ker an ihm wurde ſo feſt, daß er, als er am Hauſe des Prokurators ankam, wie ein rieſenhafter Zukerſtengel aus ſah. Die Arme waren an den Körper feſtgeklebt und er mußte einen Vorü⸗ bergehenden bitten, die Klingel für ihn an dem Hauſe zu ziehen. Sein ſeltſames Ausſehen zog eine Menge Perſonen herbei und erregte großes Gelächter. Auf den Straßen in Pa ris ſieht man gegenwärtig eine neue Art Wagen, welche im Innern ein Zif⸗ ferblatt haben, deſſen Zeiger mittelſt eines Mechanismus durch die Amdre hung der Wagenräder in Bewegung geſezt werden, ſo daß man ganz genau weiß, wie weit und wie lange man fährt. Vor Kurzem iſt hier der Ve weis geliefert worden, daß man durch das Beſtohlenwerden Gewinn haben kann. Bei dem Gedränge vor einem Theater fühlte Jemand eine Hand in ſeiner Taſche; er griff hin und ver mißte ſeine Uhr. Ohne Lärm zu ma⸗ chen, drehte er ſich ſogleich um, ergriff einen Mann hinter ſich am Arme und ſagte:Gleich geben Sie mir die Uhr wieder, die Sie genommen haben. Der Dieb gab die Uhr zurük und entfernte ſich. Im Theater hatte der Beſtohlene keine Urſache, nach der Uhr zu ſehen, aber wie groß war ſein Erſtaunen, als er nach Hauſe kam und dort ſeine Uhr auf dem Kamine liegen ſah. Er hatte ſie vergeſſen und der Dieb ihm die ge⸗ geben, welche er wahrſcheinlich einem Nachbar entwendet hatte, der den Dieb ſtahl nicht bemerkte. Eine philantro piſche Geſellſchaft in Paris, an deren Spize die Gräfinen Sparre und Mer lin und Mad. Dubignon, und die Her⸗ ren Meperbeer, Habeneck und Halevy ſtehen, will für die Armen im Lande