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zu ſezen, welche dieſe gegen ſo manigfaltige Krantheiten und phyſiſche Gebrechen der Lei— denden ſo erprobte Heilquelle in ſich faßt; nur ſo viel müſſen wir bemerken, daß man bei uns, wo man die Plusmacherei des Aus- landes nicht kennt, blos einzig durch die Sa⸗ che ſelbſt zu der Ueberzeugung gelangte, daß das Kaiſerbad zu Ofen mit den erſten und ausgeſchrieenſten Bädern Europas ungeſcheut konkurriren könne.— Für die Bewohner Peſths und Ofens muß nun dieſe Geſundheits⸗ quelle natürlicher Weiſe doppeltes Intereſſe ha ben. Gewiſſermaſſen aber wird den Peſthern der Beſuch dieſes Bades faſt erſchwerter als den fremden Kurgäſten; denn die leztern ſchlagen entweder ihre Quartiere in dem Badhauſe ſelbſt(wo für Wohnungen beſte ns geſorgt iſt) oder in der Nähe deſſelben auf, während die Peſther eine halbe Stunde We⸗ ges und wohl noch darüber zurükzulegen ha⸗ ben, um dahin zu gelangen. Allerdings kann ſich der Reiche ſeiner Equipage oder der Fia⸗ ker bedienen, die in Peſth ſo nett adjuſtirt ſind, daß ſie den Wienern wenig nachgeben;
was ſoll aber der minder Bemittelte machen?.
unſere Fiaker ſind erſtaunlich theuer, viel theurer als die in Wien. Sonderbar! In Wien, wo der Hafer um ſo Vieles theurer iſt, ſind die Fiaker um ſo Vieles billiger; wo der Weizen im Preiſe weit hoher ſteht, ſind faſt alle Bäter⸗ Artikel, vorzüglich die feinen, ſchwerer u. wohl- feiler als in peſth. Wer erklärt uns dieſen Zwieſpalt der Ratur?— um aber auf die Flater zu kommen, ſo zwingen dieſe uns or⸗ dentlich zur Oetonomie. Schreiber dieſes z. B. hat täglich weite Streken zu machen, auch Berge zu erſteigen; gerne und ſehr oft würde er ſich eines Fiakers bedienen, wenn ihn ein ſolcher nämlich für etwa einen Zwanziger eine Viertelſtunde Weges fahren mochte. Al⸗ lein für einen Zwanziger ſchwingt ſo ein Fiaker⸗Menſch nicht einmal ſeine Peitſche, und Ref. erſpart durchs Jahr ein ſchönes Geld. Sie, die Fiaker, aber kommen dabei zu kurz. Was liegt ihnen daran, ſie huldi⸗ gen lieber, gähnend auf dem Kutſcherboke dem dolce far(fahren) niente, als einen müden Wanderer in ihrem Kaſten aufzuneh⸗
men; oder ſtehen in ihren langen Flauſched⸗ ken in Gruppen auf dem Theaterplaze und halten Konverſation des Tages; oder beſchäf⸗ tigen ſich wohl gar mit Lektüre,(o, möge ihnen auch dieſes Blatt zu Händen kommen); oder halten endlich Turnierübungen mit ihren Ka— roſſen, fahren unndthigerweiſe um den Plaz herum und ſezen die Fußgeher und beſonders die Fußgeherinen in Schreken, da man ihre Abſicht nicht erräth und faſt nicht ausweichen kann. Alſo die Fiaterfahrten ſind toſtſpielig und Jedermann muß das Unternehmen des Hrn. Reder, Pächter des Kaiſerbades, ſebr lobenswerth und zeitgemäß finden, da er einige ſehr elegante, ſolid und bequem er- baute l 9 ſizige Fenſterwagen aus Wien kom- men ließ, welche, während der Dauer der Badeſaiſon, zu jeder Stunde bereit ſein wer⸗ den, die Peſther, gegen den mäßigen Erlag von 10 kr. C. M., in das Kaiſerbad zu fah⸗ ren. Wir hoffen, daß dieſe ſo willtommene Anſtalt durch eine zahlreiche Benüzung Gedei⸗ hen und Fortgang haben wird. Die Wagen werden bei dem Theater-Kaffehauſe in Peſth aufgeſtellt ſein. F.
Muſik. uebermorgen, Freitag, den 28. April, ſteht den Freunden der hohern Geſangskunſt ein beſonderer Genuß bevor. Die berühmte Sängerin Fräulein Hen l⸗ ette Carl, die wäbrend der Zeit ihrer Abweſenheit von Peſth in Deutſchland und Polen neue Triumphe feierte, gibt ein Kon— zert im hieſigen Redoutenſaale. Schon dieſe Anzeige allein moge genügen, um dle Elite der höhern und kunſtverſtändigen Welt zu verſammeln. Hier noch das Programm der auszuführenden Piecen: 1. Ouvert. aus„Ali Baba.“ 2 Große Arie aus d.„Puritanern““ von d. Konzertgeberin. 3. Vloloncell-Vartat. von Wagner. 4. Gr. Arie der Donna Anna aus„Don Juan“ v. d. Konzertg. 5. Klapler⸗ Bariat. v. Winkhler. 6. Mehrere Lieder von der Konzertg. 7.„'s valuarni Hearz“, Ge— dicht v. Raicd, Muſik v. Winterle, vorgetra⸗ gen v. Oberhoffer. 8. Auf Verlangen:„Alla gioja etc.“ v. der Konzertgeberin.— Billets zu 1 fl. C. M. ſind in allen Kunſthandlungen und an der Kaſſa zu haben.
Halbſähriger Preis 4 fl., mit freier Poſtzuſendung 5 fl. Auf Velinrapter mit exſten Kupferabdrilken 5 fl. und voſifrei 6 f. CE. M.— Man pränumerirt im Kommiſſionsamt zu Ofen(Feſtung, auterbalb des Waſſerthors), in C. Miders u. F. Tomalas Kunſthandlungen zu Peſth und bei allen k. k. Pofämtern.
Heransgeber und Verleger Franz Wleſen.
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