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Schröder⸗Devrient and Dem. Taglloni, auch die Paſta engagirt ſein. M.

Literatur(11)

Leipzig. Wollen Sie einen Beitrag zur Geſchichte unſerers litera⸗ riſchen John Bulls haben? Vernehmen Sie! In Prag gibt es, wie überall, faule, liederliche Buben, die ihren El tern Betrübniß u. Schande und ihren Lehrern Aergerniß u. Verdruß machen. Ein ſolcher Range war Nazi(2) Jeiteles, der wegen ſeines ſchlechten Fortgangs in Sitten und Fleiß aus den Schulen re legirt wurde. Später, als Handlungs- diener, richtete er ſeinen Fortgang ſo ein, daß daraus ein Durchgang wurde. Er lief nämlich mit einem bedeuten den Wechſel, der ihm zur Einkaſſirung übergeben wurde, davon, legte ſich nach dieſer Karriere hier in Leipzig nieder, um ſich allda als ein ausgewechſelter Vagabund auf die Literatur zu ver legen. Was er im Leben war, ward er in der Literatur. Er ſtiehlt fremde Ge danken und Bücher, ſchmierte das Ge ſtohlene, das er durch ſeine Radoterien unkenntlich gemacht, in denPlanet, wurde dann der Richter, d. h. der Hen ker der deutſchen Literatur in dieſem Blatte, das endlich ſeines Treibens müde, ihm das consilium abeundi gab. Nun trat er, ein Jahr nach ſeinem Durchgange aus dem Hauſe ſeiner ter, als Büchermacher auf und gab in Gemeinſchaft mit einem Rudel Gaſſen bubendie Poeſie und die Poeten in Deſterreich im Jahre 1856(Grimma 1857) heraus, in welchem Schandwerke Verdächtigungen, Schmähungen, Nie- derträchtigkeiten über die achtbarſten literariſchen Talente des weiten Kaiſer ſtaates von Nazi Jeiteles(2) und ſeinen Helfeshelfern in gaſſenbübiſchem Tone ausgeſtoßen werden. Ich will ſchweigen, wie abgeſchmakt dumm, kek und ver⸗

ächtlich Nazi und Konſorten aburthei⸗ len, ich will nur für die zahlreichen Leſer dieſes Blattes erwähnen, was der große Wechſelagent Nazi über Un- garn kreiſcht. Sein Gekrächze meint, in Peſth und in Ungarn gebe es kei⸗ ne deutſche Literaten, dieſes Namens würdig, nurdrei elende Maro⸗ deurs und Nachzügler befinden ſich in Peſth. Armes Ausland! Und dieſer un wiſſende Bube iſt dein kritiſcher Minos? Sage es ihm, groß herziges Pannonien, daß du außer Pyrker, Lenau, auch einen Medniansky, Mallath, Paziazi, Tol⸗ dy, Schedius, Rumy, Pötz, Cſaplo⸗ wics gc. dc. haſt, die nicht nur den Magyaren, ſondern dem deutſchen Volke zur Ehre gereichten. Aus einem hun⸗ derſten Theile des mindeſt begabten ungariſchen Schriftſtellers kann man zwanzig geſcheidtere und geiſtreichere Literaten machen, als ſo ein Leipziger je ſein wird. Doch nein! Sage es, Pan⸗ nonla Nazi nicht! Befleke dich nicht mit dieſem Kothjungen und laß ihm ſeinen C. B., den er als den treff⸗ lichſten ungariſchen, in Leipzig leben⸗ den Poeten bezeichnet. Kennſt du, mein Peſth, C. B., dieſes großes Genie? Iſt er etwa euch, Ofen und Preßburg, bekannt? Auch dir nicht, mein Sorok⸗ ſar? Richtig, er iſt ein Dorfreimer! Und dieſe erbärmliche Sudelei hatte Nazi Jeiteles, der ſich kekDr.(11) Julius Seidlitz titulirt, die Kekheit, dem ausgezeichneten Dichter, dem Ba ron Nimtſch von Stralenau(Lenau) zu widmen. In eben dieſer Charakterlo ſigkeit werden die öſterreichiſchen Jour nale gemauldreſcht.

Mignon⸗Zeitung.

Feuilleton aus Wien. (Achte Lieferung). Sonntag, am 16. d. M., wurden unſere Bewohner plöz lich Vormitkags durch Feuerlärm auf