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ſchwazend. Sie tranken rüſtig mit, um ihm elnen Entſchuldigungsgrund für tie Fortſezung ſeines Zechens zu geben. Sourdain und Brutſchy ſtellten ſich unverweilt in dem Wirthshauſe ein und wurden, als ſie nach den Fremden fragten, in die kleine Hinterſtube gewieſen, in der dieſe ſaßen. Wenn gleich ſchon mehr als halb betrunken, fragte Alexis doch, verwundert über die Er— ſcheinung der beiden abgeriſſenen Geſellen, wer ſie ſeien und was ſie woll⸗ ten, worauf Viktor, Sourdain einen bedeutſamen Blik zuwerfend, zur Antwort gab:„Es ſind ehrliche Leute, Bruder, und echte Schweizer. Ihre Armuth wird hoffentlich in deinen Augen kein Verbrechen ſein. Wir beabſich— tigen, in ihrem Schiffe nach Neufchatel überzufahren; und da es heute eine friſche Nacht geben wird, ſo hielt ich es für ein gutes Werk, die armen Leute mit einem Bischen Kirſchenwaſſer zu wärmen. Wenn dir aber ihre Ge— ſellſchaft zuwider iſt, ſo mögen ſie ſich ihr Gläschen in der Küche geben laſſen.“
„Mir nicht, Viktor. Freut mich, daß ich doch einmal etwas wie Er— barmen für die Arwen in dir entdekte.“ Dann, ſich gegen die Fährleute keh— rend, rief er im Tone der herzensfröhlichſten Laune:„Kommt, da, ſezt euch, Ihr wakern Leute, Ihr ſollt mir ein Glas guten Branntwein verſuchen— Cognac, Ihr Waſſermänner!“— Die Männer nahmen ſeine Einladung an, ſezten ſich in eine kleine Entfernung vom Tiſche, ſahen aber trübſelig und gewaltig verlegen d'rein. Alexis hatte Sinn und Bewußtſein noch nicht ganz verloren; und rief nach dem Aufwärter und hieß ihn den Beiden etwas kalte Küche und Brod geben. Viktor ſchien das gar nicht zu gefallen; denn er fürch— tete eine ſchlimme Wirkung für ihren Mordplan. Er bemerkte auch wirklich daß Sourdain kaum einen Biſſen hinunterzuzwingen vermochte; ſo daß er zu— lezt, nach manchem vergeblichen Verſuche zu eſſen, vom Tiſche aufſtand und ſagte, er wünſche mit dem Herrn(auf Viktor deutend) einen Augenblik unter vier Augen zu ſprechen. Als ſie ſich allein befanden, betheuerte er, es ſei ihm nicht möglich, einen ſo herzensguten jungen Mann umzubringen.
(Beſchluß folgt.)
Moraliſche Wirkung eines Stükes von Scribe.
Ee war in der Nacht unmittelbar nach Aufführung des Stüks:„Mal⸗ vina, oder: Die Heirath nach Neigung.“
Eben hatte es zwei Uhr Morgens geſchlagen, und der Verfaſſer ſuchte vergebens die Ruhe; ein dumpfer Wiederhall von den Beifallsbezeugungen des Abends traf ſein Ohr und wekte ihn wieder auf, ſo oft er die Augen ſchlie— ßen wollte, und ſich ſelbſt zum Troz, begann ſein Geiſt einem neuen Erfolge nachzujagen. Plözlich hörte er Tritte in der rue Olivier-Saint-Georges. Man klopft an die Thür des Hotels. Auf der Treppe und in den Zimmern entſteht Bewegung und laſſen ſich Stimmen vernehmen. Ein Bedienter kommt herauf, öffnet und tritt mit einer Kerze ein.— Was geht denn vor? Was will man von mir?— Mein Herr, entgegnete der Bediente, ein großer Bewunderer des Herrn Vordler und ſeines Amtes:
Mein Herr, hier iſt ein Brief,
Den in Ihre Hände zu geben man mich berief.


