Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
233
 
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Kunst, Eleganz und Mode.

Vehuter Hebe gang.

30. Sonnabend, 15. April. 1837.

Das Strafhaus in Lauſanne.

(Fortſezung.)

Sie müſſen uns erlauben, fuhren die Gendarmen fort,mit Ihnen zu gehen, oder Ihre Befehle in unſerm, Beiſein geben.

Bi denn Ihr Gefangener 2 fragte er,oder, wenn nicht, ſoll ich mir in meinem eigenen Hauſe Sperrkekten anlegen laſſen müſſen 2

Weder das Eine noch das Andere, mein Herr; allein unſere Befehle lauten einmal dahin, Ihren Herrn Sohn auf der Stelle zu verhaften; und ſchon die Rük ſicht, die wir bisher gezeigt haben, dürfte, wie Sie wohl ſelbſt wiſſen, Grund's genug ſein, wenn man dahinter käme, daß man uns vom Dienſt und ins Elend jagte.

Da er keine Ausſicht fand, ihre Wachſamkeit zu täuſchen, ſo klingelte er nach einem Bedienten; und als dieſer erſchien, befahl er ihm, Alexis zu weken und ihn herunterkommen zu heißen; wobei er einen bedeutungsvollen Blik auf die beiden Häſcher warf.

Sie werden verzeihen, mein Herr, ſagten dieſe,aber wir müſſen ſelbſt nach ſeinem Zimmer hingehen. Den Weg gezeigt, Vurſch'; der Herr Richter läßt nicht mit ſich ſpaßen.

Der Diener gehorchte; Herr Gavin, von Hoffnung und Furcht gleich beftig bewegt, begleitete die Gendarmen. Als ſie die Schlafkammerthür, welche Alexis unverſchloſſen gelaſſen hatte, öffneten, fanden ſie ihn bleich und ver⸗ ſtört, Geſicht, Vruſt und Hände mit Blut beſprizt, am Bette ſizen. Da er ſchon ſelbſt zu dem Entſchluſſe gekommen war, ſich den Händen der Gerechtig- keit zu überliefern, ſo rief er gleich den Eintretenden entgegen:Ich bin es! Nehmt mich nur gleich mit, ich bin bereit, jede Strafe, welche mir die Ge ſeze zuerkennen mögen, zu erdulden, denn, wie ſtreng ſie auch ſei, ſo unerträglich, wie meine Gewiſſenspein iſt ſie nicht! Ha, Vater, du hier?