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Ein ehrlicher Mann.
Der engliſche Sergeant Wler war Zahlmeiſter, und brauchte als ſolcher nicht mit Dienſte zu thun, bei der Schlacht von Waterloo aber bat er um die Vergünſtigung, mit angreifen zu dürfen. Kurze Zeit darauf wurde er tödtlich verwundet und blieb auf dem Schlachtfelde liegen. Ein Korporal von ſei nem Regimente, der ein Bein verlor, behauptet, als man die Verwundeten und Todten aufgehoben, habe man gefunden, daß ſich der Sergeant Wier ſeinen Namen mit einem Finger und ſeinem eigenen Blute auf die Stirn geſchrieben habe. Dies hatte er, wie ſeine Kameraden einſtimmig erklärten, gethan, damit man ihn erkenne und nicht etwa glaube, er ſei mit der Kaſſe ſeiner Kompag⸗ nie verſchwunden.
Die Entdekung des Kaffes.
Lane, der neueſte Schriftſteller über Egypten, ſagt: Wie behauptet wird, wurde die Entdekung des erfriſchenden Getränkes, das die Beeren des Kaffe⸗ baumes geben, in der lezten Hälfte des 7. Jahrhunderts der Flucht(oder im 13. der chriſtlichen Zeitrechnung) von einem Frommen, Namens Sheik Omar, gemacht, der durch die Verfolgung in die Gebirge von Yemen mit einigen ſei— ner Schüler getrieben und durch die Noth veranlaßt wurde, einen Verſuch mit der Abkochung der Kaffebohnen zu machen, die dort wild wachſen. Aber erſt zwei Jahrhunderte nach dieſer Zeit wurde die Benuzung des Kaffes in Ve⸗ men gemein.
Publikum über das Wiedererſcheinen ei— nes ſo lieben Gaſtes empfand. Die wa⸗
Theater.
Wien. Das mit Recht beliebte Blatt:„der Wanderer“ ſagt über die erſte Gaſtrolle des Hrn. Quandt auf der Leopoldſtädter Bühne Folgendes: „Am 6. April begann Hr. Carl Quandt ſeinen Gaſtrolleneyklus mit der Var⸗ chie des Majors Lindeneck in Töpfers „des Herzogs Vefehl.“ Hr. Quandt, der noch bei uns Allen in ehrenvollem An— denken ſteht, betrat nach einem ganzen Jahre Abweſenheit eine Bühne wieder, auf welcher er mit ſeinem echt künſtle⸗ riſchen Wirken ſich ſo viele Freunde und Bewunderer geſammelt. Ein rau⸗ ſchender VBeifallsſturm, der nicht enden wollte, begrüßte ihn und ſprach deut— lich genug die Freude aus, welche das
kere Direktion dieſes Theaters, von jeher bemüht, den Wünſchen des Pu⸗ blikums entgegenzukommen, verdient warmen Dank dafür, Hrn. Quandt ge— wonnen zu haben. Dem Vernehmen nach ſollen dieſer erſten Rolle noch eilf Gaſtrollen folgen, und wir hätten ſo⸗ mit noch viele vergnügte Abende zu erwarten. Von der Auffübrung läßt ſich nur Lobendes erwähnen. Hr. Quandt riß in jeder Szene zu lautem Beifalle hin und ward viele Male gerufen. Am Schluſſe dankte er in herzlichen und ſinnigen Worten de. Marſeille. Auf dem großen Theater in Marſeille, das außerdem auch noch eine kleinere Bühne für Vau⸗


