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deth, oder die Loge im Opernhauſe“, und iſt die Geſchichte einer tugendhaf⸗ ten Tänzerin im Korps de Ballet. Der Gegenſtand der Geſchichte iſt neu, wie man ſieht, aber noch neuer iſt wohl die Form derſelben, denn das Ganze wird uns im Theater erzählt, und zwar in den Zwiſchenakten der Oper„die Hu⸗ genotten.“ Herr Seribe iſt nämlich mit einer Geſellſchaft in einer Loge verſammelt, und wartet eben die erſte Vorſtellung ab, als man gegenüber eine leere Loge bemerkt, die aber nicht blos heute, wo manche Pläze mit dem hun- dertfachen Werthe bezahlt worden, ſon⸗ dern ſchon ſeit mehrern Jahren leer, obwohl beſtändig abonirt iſt. Das iſt natürlich ein eben ſo intereſſan⸗ tes als unerklärliches Problem; aber ein anweſender Notar, der Alles wiſ— ſen muß, weiß auch den Zuſammenhang dieſer Geſchichte, die nun voller Span- nungen ſo erzählt wird, daß gerade immer ein neuer Zwiſchenakt, u. folg⸗ lich auch eine Unterbrechung da ein- tritt, wo die Zuhörer und die Leſer am Neugierigſten ſind.— Hier kom— men täglich 40 bis 60,000 Briefe an, die jezt ſämmtlich zwiſchen 7 u. 9 Uhr früh ausgetheilt werden; die Briefe von Paris ſelbſt und für den Vurg— frieden, belaufen ſich auf 18 bis 20,000, und werden zwei Stunden nach deren Aufgabe abgeliefert. Die Handelskam— mer hat an den General- Poſtdirektor Hrn. Comte, für die neueſten Verbeſ⸗ ſerungen im Poſtweſen, eine Dank ſa— gungsadreſſe erlaſſen.— Es iſt hier eine neue Gattung einſpänniger Fuhr— werke aufgekommen, die man Cabrio- lets Compteurs nennt, weil ſie ein Uhrwerk enthalten, das immer genau
den Abſtand zwiſchen Abfahrt und An⸗ kunft bezeichnet.— Die Gauner trei— ben jezt ihr Handwerk beſonders ſtark bei der Kunſtausſtellung im Louvre. Mehrere Beſucher derſelben fanden kürz— lich in ihren Taſchen ſehr elegante, aber ausgeleerte Vörſen, die wahr- ſcheinlich von den leichtfingerigen Ta⸗ ſchendteben dorthinein praktizirt wur⸗ den, um der Entdekuug des Diebſtahls zu entgehen. B.
London. Eine der älteſten Ei⸗ chen in England(die Eiche von Aſh— ton) iſt kürzlich für 60 Guineen ver⸗ kauft worden. Schon vor 30 Jahren wurde ſie zu 100 Pfd. St. verkauft; ein Prozeß aber verhinderte ihre Fäl⸗ lung. Der Stamm iſt 72 Fuß hoch, und hat, 6 Fuß über den Voden, 20 Fuß im Durchmeſſer. M.
Neapel. In Pompeji wurde kürzlich ein noch auf dem Feuerherde ſtehender, verſchloſſener eiſerner Waſſer— keſſel ausgegraben; das darin ent hal⸗ tene antike Waſſer fand man, zum Er⸗ ſtaunen der anweſenden Engländer, noch ganz gut und friſch erhalten. O.
Erinnerungsball. Der ſchon mehrmals erwähnte„Erinnerungsball“(mas- tirt), findet morgen in den Redoutenſälen Statt. Der Ball dürfte, nach dem was wir im Publikum vernahmen, brillant ausfallen. Man welß, daß Herr Emmerling ihn ſehr ſplendid ausſtattet. Die Muſit, unter Zoͤhls trefflicher Leiſtung, wird nur das Beliebteſte und Amüſanteſte bieten. Die den Damen ge— widmeten Iris-Fächer(worauf die Tanzord⸗ nung zu leſen iſt) werden eine angenehme Spende ſein, und ſich als eine Erinnerung an dieſe Erinnerung beſtens eignen. Alſo es lebe der Frohſinn! Es lebe der Tanz!
J.
Halbfähriger Preis 4 fl., mit freler Poſtzuſendung 8 fl. Auf Velinrapter mit erſten Kurferabdrilken 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M.— Man pränumerſrt im Kommtſſionsamt zu Ofen(Feſtung, außerhalb det Waſſerthors), in C. Millers u. F. Tomalas Kunſthandlungen zu Peſth und bei allen k. k. Poſtämtern.
Herausgeber und Verleger Franz Wleſen.


