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als lebend und nur manchmal auffla⸗ kernd, wie eine Lampe, wenn ſie ein Hauch trifft, dramatiſche Wirkſamkeit, und einen dramatiſchen Charakter in ſich berge, wird nicht ſchwer zu erör tern ſein. Die Sprache iſt eines Halm würdig. Geſpielt wurde ſo, daß das Publikum tiefſtille lauſchte; Korn(Ca⸗ moe ns), La Roche(der Handels herr) und Mad. Rettich(ſein Sohn). Das Auftreten der Mad. Rettich erſchien wie ein Meteor; ſie trat in das Kran⸗ kenzimmer als die einzige geſunde, voll⸗ kommen geſunde Perſon und wußte in ihrer kleinen Parthie zauber haft-ſchön zu wirken. Der Dichter Halm wur⸗ de gerufen; Hr. Anſchütz dankte in ſei⸗ nem Namen. Nun zu dem Luſtſpiel. Schon die erſte Szene erregte den freundlichſten Applaus; es that dem Publikum ordentlich wohl, ſich nun freier regen zu dürfen. Das Luſtſpiel ſelbſt iſt magnifik; die Erfindung nicht ſehr originell, der Dialog aber wizig, effektvoll und gebildet. Man höre: Ein liebenswürdiger Wind⸗ beutel verliebt ſich in ein Mädchen und um in ihren Beſiz zu kommen, führt er ihre drei Vormünder, die ein⸗ ſtimmig zu entſcheiden haben, an der Naſe und gewinnt die Geliebte. Dies nur die Andeutung der Handlung, welche wohl ats eine gewöhnliche er ſcheinen mag. Wie allerliebſt iſt aber dies Luſtſpiel ausgeführt! voll guter Vonmots, der beliebten Wortſpiele! ſo lebendig, geſund, friſch und belu ſtigend, daß das Publikum mit einem Veifalle, wie ich ihn in dieſen Hallen nicht oft gehört, den erſten Akt auf nahm und den Mitverfaſſer in Wien, Hrn. Horn herausrief, der auch erſchien. Der zweite Akt, nicht minder fröhlich pulſirend, dürfte zum Schluſſe hin, etwas gekürzt werden. Doch wurde Hr. Horn auch nach dleſem Akte geru fen und das mit Recht, denn ſolche

Talente verdienen alle Aufmunterung. Dieſes Luſtſpiel, wenn auch Hr. Horn den Erfolg mit Gerle theilen muß, gewinnt dem Erſteren hier viele Freun de. Mich hätte nichts an dieſem Abende disguſtirt, hätte nicht gerade vor mir ein pedantiſcher Rezenſent ſich placirt, der, um ſeiner Würde nichts zu vergeben, jeglichen natürlichen An⸗ drang, bei dem Luſtſpiel zu lächeln, mit Gewalt unterdrükte und tragiſche Geſichter ſchnitt. Das heißt, ſich in der Nachbarſchaft lächerlich machen! Ohne Zweifel geht auch bei Ihnen das amuſante Luſtſpiel in die Szene; dort finden Sie im Detail, was ich an⸗ gedeutet. Hier wurde das Stük von den H. H. Fichtner, Coſtenoble, Herz feld, Wilhelmi und den Damen Ficht⸗ ner und Brede geſpielt. Sie kennen dieſe Namen und damit genug. Sincerus.

Mignon⸗Zeitung.

Feuilleton aus Wien. (Sechſte Lieferung). Wir leben im Jahrhundette der Künſte. Nicht allein das roſige Leben, auch das Sterben ſoll uns verſüßt werden; ich habe nichts dagegen, wenn ich auch glaube, daß man bald vor Kunſt und wieder Kunſt, die ewige Jungfrau Natur vernachläſ⸗ ſigen wird. So erſchien ein Buch:Et was für Alle, oder die Kunſt zu ſterben, in Wien. Zur Anempfehlung des Bu⸗ ches ſagt die Anzeige deſſelben wört, lich:Täglich rafft der Tod ohne Un terſchied das gebeugte Alter, wie die blühende Jugend dahin; allein wie we nige kennen die große und ſchöne Kunſt, gut zu ſterben? u. ſ. w. Wir erfahren dadurch, daß dasgut ſter ben zu den ſchönen Künſten ge⸗ hört. Im Ernſte geſagt: als Erbau⸗ ungsbuch iſt jeneKunſt aus dem La-